Die Siedlung von HaithabuZiel der strukturellen Auswertung der großen Flächengrabungen ist die Rekonstruktion der ehemaligen Siedlungs- und Bebauungsstruktur. Grundlage der Interpretation bildet die hervorragende Erhaltung von organischem Material in den tief gelegenen Bereichen nahe am Haddebyer Noor. Die große Zahl erhaltener Hölzer kennzeichnet einerseits das große Potential der Forschung andererseits die technisch-methodischen Herausforderungen bei der Auswertung. Als technisches Hilfsmittel bei der Ausgliederung der Hölzer zu einzelnen Baustrukturen dient ein Geographisches Informationssystem (GIS) in Verbindung mit einer Datenbank. Die absolutchronologische Datierung der einzelnen Baubefunde gelingt mithilfe dendrochronologischer Datierungen von insgesamt über 3000 Hölzern, die am Zentrum für Holzwirtschaft der Universität Hamburg erstellt wurden. Bei der Auswertung steht zunächst der Baubefund, also der einzelne Hausgrundriss, und dessen Rekonstruktion im Vordergrund. In Sekundärfunktion erhaltene konstruktive Bauhölzer ermöglichen in günstigen Fällen weitgehende Aussagen zum ehemaligen Aussehen der Häuser. Im Anschluss an die strukturelle Auswertung der Baubefunde erfolgt die Rekonstruktion der Gebäude im Maßstab 1:1 im Gelände (Wikinger Häuser Haithabu). Über den Baubefund hinausgehend sind Aussagen zur Bebauungsstruktur möglich. Für die nahe am Ufer des Haddebyer Noores errichteten Siedlungsbereiche ist als wichtiges Ergebnis eine meist nur sehr kurze Lebensdauer einzelner Gebäude und eine sehr schnelle Bauabfolge festzustellen.
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