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Krawall! Unruhige Zeiten 1840 bis 2010

Eine Inszenierung aus Schlagstöcken und Pflastersteinen
 
Eine Inszenierung aus Schlagstöcken und Pflastersteinen

Mit Originalobjekten aus den polizeigeschichtlichen und den allgemeinen Museumsbeständen dokumentiert die Sonderausstellung ausgewählte Konflikte aus der schleswig-holsteinischen Landesgeschichte.

Pierers Universal-Lexikon von 1860 definierte "Krawall" als eine "mit Lärmen, Demoliren etc. verbundene politische Demonstration (meistens nur der niedersten Volksschichten) von größerem Umfang." Die Sonderausstellung im Volkskunde Museum zeigt, dass solche Auseinandersetzungen auf der Straße historisch keineswegs auf die großen städtischen Ballungsgebiete jenseits der Elbe beschränkt blieben, sondern dass auch das ländlich geprägte Schleswig-Holstein in den vergangenen 170 Jahren immer wieder von Krawallen erschüttert wurde.
Oft ging es dabei um überregionale Konflikte – etwa beim Kapp-Putsch von 1920, während der Studentenbewegung der 1968er Jahre oder später bei den Auseinandersetzungen um Atomkraftwerke oder die Wehrmachtsausstellung. Aufbegehrende und randalierende "Halbstarke" gab es in den 1950er Jahren überall in Deutschland, und gewaltbereitete "Hooligans" sind sogar ein europaweites Problem des Fußballs.
Genauso gab es aber auch spezifisch schleswig-holsteinische Spannungen und Krawalle. Exemplarisch greift die Ausstellung den "Husumer Butterkrieg" von 1848 und die Landvolkbewegung heraus. Die in Dithmarschen entstandene Bewegung um den "Bauerngeneral" Claus Heim forderte in den 1920er Jahren Staatsmacht und Republik durch Steuerboykott, Großdemonstrationen und passiven Widerstand heraus, teilweise ging man bis zum Terrorismus.

Zu den polizeigeschichtlichen Sammlungsbeständen des Volkskunde Museums ist ein Auswahlkatalog erschienen:
Polizeigeschichte in Schleswig-Holstein.
von Wolfgang Kroker,  hrsg. u. bearb. v. Carsten Fleischhauer und Guntram Turkowski, Heide 2010
80 Seiten, zahlr. Abb., ISBN 978-3-8042-1312-8
12,90 Euro

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