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+49(0)4621 - 9676-0
volkskunde@schloss-gottorf.de

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Plastic World. Design und Alltagskultur 1967-1973

ELAC-Plattenspieler
 
ELAC-Plattenspieler

3. Juni bis 16. September 2012

Die Sommerausstellung des Volkskunde Museums Schleswig zeigt bis zum 16. September über 200 Kunststoff-Objekte vom Alltagsgegenstand bis zum Design-Klassiker. Tauchen Sie ein die Plastic World - mit ihren knalligen Farben und runden Formen.

Knallige Farben, runde Formen und viel Kunststoff - so präsentieren sich die Objekte in der vom Kieler Stadt- und Schiffahrtsmuseum übernommenen Sonderausstellung. Die Kriterien für die Objektauswahl wirken auf den ersten Blick schlicht: rund, orange und aus Kunststoff sollen die Stücke sein. Das Ergebnis ist beeindruckend und sorgt für einen Aha-Effekt. Erst der Panton Chair (Designer Verner Panton) neben der Kaffeemaschine von Krups und die Reval-Werbeplakate neben einem Mantel aus Kunstleder lassen begreifen, in welchem Ausmaß die Modernität Einzug hielt in den Alltag. Es war eine Zeit des Aufbruchs und des Protestes in politischer, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht. Die Jahre waren geprägt von alternativen Wohn- und Erziehungsformen, von Wohlstand, Vollbeschäftigung und einer hohen Konsumfreudigkeit, gepaart mit Technikbegeisterung und Fortschrittsglaube. Die Jugend grenzte sich von der moralisch belasteten Kriegsgeneration ab und definierte ihre Lebensziele und Wertvorstellungen neu.

Der Bruch mit dem „Mief" der Nachkriegszeit drückte sich in der materiellen Kultur vor allem durch die selbstbewusste Anwendung neuer, leichter Materialien, leuchtender Farben und unkonventioneller Gestaltungsideen aus. Sie blieben nicht auf die Protestkultur beschränkt, sondern wurden zum „Mainstream" der Alltagskultur. Das neue Design bestimmte die Lebenswelt der Menschen und symbolisierte eine neue, moderne, großstädtische Identität.

Eine zentrale Rolle kam den neuen Materialien zu. Seit Mitte der 1960er Jahre begann man mit Kunststoff zu arbeiten und lernte schnell seine Vorzüge kennen. Das Material ist leicht und lässt sich ohne Mühe in jede gewünschte Form bringen. Daneben ist es pflegeleicht und lässt sich vielfältig einfärben - der ideale Begleiter für die wirtschaftswunderverwöhnte Konsumgesellschaft dieser Zeit. Designer der Hochschule für Gestaltung in Ulm und andere namhafte Gestalter wie Luigi Colani und Ettore Sottsass schufen Möbel und Bürogeräte, Lampen und Küchenmaschinen aus Kunststoff, die heute zu den Spitzenreitern des Industriedesigns zählen. Daneben entwickelte sich eine Massen- und Wegwerfware, die schon unter den Zeitgenossen nicht nur Befürworter fand. Erst mit der Ölkrise im Jahr 1973 verschwand die Kunststoff-Welle ebenso schnell wie sie gekommen war. Die Sonderausstellung zeigt schlaglichtartig besondere Objekte aus allen Bereichen des Alltags. 

Am Sonntag, den 15. Juli bietet Museumsleiter Guntram Turkowski eine Sonntagsführung durch die Sonderausstellung »Plastic World« an. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Kassenhaus des Volkskunde Museums, die Kosten betragen 2 Euro zuzüglich zum normalen Museumseintritt.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen:
„Plastic World" mit zwölf Beiträgen und zahlreichen Farbfotografien zu den Sammlungsbeständen des Stadt- und Schifffahrtsmuseums, herausgegeben von Doris Tillmann, Kiel 2011 (12,90 Euro).

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