Gerät und Arbeit der Bauern
Kern der Museumssammlung ist ein einzigartiger Bestand an bäuerlichen Geräten, den der langjährige Volkskunde-Kustos Prof. Dr. Arnold Lühning über Jahrzehnte hinweg zusammengetragen hat. Damit verfügt das Museum über eine der ältesten und größten landwirtschaftlichen Spezialsammlungen Deutschlands.
Die Dauerausstellung zur Landwirtschaft zeigt anhand historischer Geräte die bäuerlichen Arbeiten, wie sie im Jahreslauf anfielen. Dazu gehören Feldbestellung, Torfgewinnung, Ernte und Getreideverarbeitung, Jagd, Viehhaltung und Viehhandel, und auch die wichtigsten dörflichen Handwerksberufe wie Schmied und Stellmacherei können erlebt werden. Herausragende Exponate sind der sechsspännige Marschenpflug, die letzte Grützmühle des Landes mit einem hölzernem Rossrad und die beeindruckende Dampflokomobile von 1911.
Deutlich wird dabei die radikale Veränderung der ländlichen Arbeits- und Lebensformen vom späten 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts: Der Bogen der Ausstellung spannt sich von der arbeitskräfteintensiven Handarbeit mit Sense und Dreschflegel bis zur mechanisierten Landwirtschaft mit Mähmaschine und motorgetriebenem Dreschkasten.
Bereichert wird die Ausstellung durch die einzigartigen Dokumentarfilme des Volkskunde Museums aus den 1950er bis 1970er Jahren. Oftmals waren es die letzten Zeitzeugen, die für diese Filmaufnahmen bereits in Vergessenheit geratene bäuerliche Arbeitstechniken vorführten. |