Schädelkult: Nur noch bis 14. Oktober
Von Borneo bis St. Pauli, von Polke bis Picasso: Nur noch bis zum 14. Oktober präsentieren die Landesmuseen auf Schloss Gottorf in der großen Reithalle den Schädelkult. Die Ausstellung ist täglich von 10 Uhr morgens geöffnet.
„Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen“ – das ist noch bis zum 14. Oktober das Thema der spektakulären Sonderausstellung. Auf über 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche erleben die Besucher in der Gottorfer Reithalle, dem größten Ausstellungsareal auf der Schlossinsel, eine Fortschreibung des erfolgreichen „Schädelkult“-Projekts der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (rem). Denn die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen hat ihre Highlight-Ausstellung des Jahres durch beide Landesmuseen – Kunst und Kulturgeschichte und Archäologie – kuratieren und bauen lassen.
Verehrt und gesammelt, bearbeitet und angebetet werden menschliche Schädel auf der ganzen Welt und in beinahe allen Kulturen: vom 9000 Jahre alten übermodellierten Schädel aus Israel angefangen zeigt sich das Phänomen in Ahnenfiguren aus Ozeanien oder dem Voodookult Afrikas. Unübertroffen sind jedoch Vielfalt und Facettenreichtum in Europa. Christliche Reliquien der Heiligen und die Verehrung des Störtebeker-Schädels, Sinnbilder des Memento Mori in der Kunst oder im Alltäglichen der Kult um den Totenkopf beim Hamburger Fußballclub FC St. Pauli – Schädel und Schädeldarstellungen finden sich beinahe überall in der europäischen Kultur von der Frühzeit bis heute.
Die Schleswiger Erweiterung zeigt neben zentralen Werken aus den eigenen Sammlungen, etwa von Lucas Cranach, Daniel Spoerri oder Horst Janssen, wichtige Leihgaben aus ganz Europa, von Sigmar Polke bis Pablo Picasso. Entstanden ist eine spannende Gegenüberstellung von ethnologischen Exponaten und zentralen Werken der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte.






