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Ministerpräsident lobt die tollen Ideen für ein "neues" Schloss Gottorf

Vielfältige Ideen für eine Modernisierung der Landesmuseen.
 
Vielfältige Ideen für eine Modernisierung der Landesmuseen.

Zwei Monate lang konnten sich Besucher im Sommer 2013 auf Schloss Gottorf einen Eindruck davon verschaffen, was führende Architekturbüros und Planer auf der Schleswiger Schlossinsel alles verändern würden, wenn Sie die Aufgabe hätten ein "neues" Schloss Gottorf zu schaffen. Die Entwürfe von neun Büros sind das Ergebnis eines Internationalen Ideenwettbewerbs, den die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen mit Unterstützung des Landes ausgelobt hatte.

Eine vom Land Schleswig-Holstein mitgetragene Besucherbefragung und ein sich daran anschließender Internationaler Ideenwettbewerb sind zwei Instrumentarien auf dem Weg zu einer grundlegenden Modernisierung der Landesmuseen auf der Schleswiger Schlossinsel. Neun erfahrene und anerkannte Architekturbüros und Planer aus fünf europäischen Ländern haben zwischen Februar und April 2013 ihre Ideen für ein „neues“ Schloss Gottorf zu Papier gebracht, ein Preisgericht hat sich entschieden, drei der Entwürfe zu gleichgestellten Preisträgern zu erklären.
Dabei handelt es sich um die Entwürfe folgender Büros:

- Holzer Kobler Architekten, Zürich
- hg merz GmbH – architekten museumsgestalter, Stuttgart
- Gareth Hoskins Architects Glasgow, Berlin - RAA Ralph Appelbaum Associates – New York, London, Berlin

Die Pläne aller neun eingereichten Beiträge sind in Form einer Ideenwerkstatt in den drei Räumen der Gottorfer Galerie 19. Jahrhundert bis zum 4. August ausgestellt. Offiziell eröffnet wurde die Präsentation Mittwochabend vom Stiftungsratsvorsitzenden der Landesmuseen, Ministerpräsident Torsten Albig. „Kreative Köpfe aus ganz Europa haben sich über unsere Landesmuseen Gedanken gemacht. Dabei sind viele spannende Ideen für das ,neue‘ Gottorf entstanden. Gerade durch den immensen Umfang der Gottorfer Sammlungen brauchen die Besucher Unterstützung. Das Wichtige ist und bleibt: die Besucher sollen sich wohlfühlen auf Gottorf. Sie müssen es spannend finden bei uns, und sie müssen immer wiederkommen. Unser historisches Schloss soll noch mehr zu einem modernen Museumsbetrieb werden“, sagte Albig im Verlauf der Ausstellungseröffnung. Der Leitende Direktor der Stiftung Gottorf, Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, hob in seiner Begrüßung vor allem auf die Bedeutung des Ideenwettbewerbs und das weitere Vorgehen der Museumsleitung im Prozess der Erneuerung ab. „Bitte erschrecken Sie nicht beim Anblick des einen oder anderen Entwurfs oder freuen sich zu früh über die eine oder andere Idee: Wir stehen auch nach Abschluss dieses Ideen-Wettbewerbs noch ganz am Anfang eines enorm wichtigen Prozesses. Alle diese Entwürfe liefern uns tolle Anregungen und Ideen. Wir werden nun die Vertreter der drei ausgewählten Planungsbüros noch einmal nach Schleswig einladen, um uns intensiv mit ihren Entwürfen auseinander zu setzen“, so von Carnap-Bornheim. Danach gehe es an die Erstellung eines Pflichtenheftes, um noch vor Ende des Jahres 2014 den Masterplan für ein „neues“ Schloss Gottorf auf dem Tisch zu haben. Von Carnap-Bornheim: „Erst wenn dieser Masterplan steht wissen wir wohin die Reise geht.“ Der Wettbewerb Der europaweit ausgeschriebene Ideenwettbewerb für ein „neues“ Gottorf ging aus der Strukturanalyse der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf hervor.

Die Aufgabe für die teilnehmenden Architekturbüros war die Neugestaltung der Dauerausstellungen in den beiden Museen der Stiftung auf Schloss Gottorf, dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und dem Archäologischen Landesmuseum. Gegenstand des Wettbewerbs war die gesamte Schlossinsel. Der Fokus lag aber vor allem auf dem Schlossgebäude mit seinen ca. 8.250 qm Ausstellungsflächen. Ziel war es, neue Ideen für die Erschließung und Wegeführung, die großräumliche Gestaltung und die Modernisierung der Ausstellungen im Schloss zu erhalten. Seitens der Stiftung gab es dafür konkrete Vorgaben 1. im Hinblick auf die inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellungen, bedingt durch die Sammlungsbestände und besonderen Profile beider Häuser; 2. hinsichtlich des Bedarfs der Bildung und Vermittlung; 3. im Hinblick auf die Erfordernisse für den Besucherservice. Ein besonderes Augenmerk lag auf einer angemessenen Empfangssituation sowie auf der Anforderung, die Ausstellungen beider Museen zukünftig weitestgehend barrierefrei zu gestalten. 

Der Wettbewerb war anonym und begrenzt offen ausgeschrieben mit einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren. In diesem Verfahren bewarben sich 44 Architekturbüros aus ganz Europa, von denen acht Teilnehmer ausgewählt wurden. Vier weitere Teilnehmer waren von der Stiftung benannt worden. Am 8. Februar nahmen elf der ausgewählten Teilnehmer an einem Pflichtkolloquium auf Schloss Gottorf teil, wo sie sich vor Ort mit den konkreten Gegebenheiten vertraut machen konnten. Die Einsendung der Entwürfe von nunmehr neun Büros erfolgte bis zum 3. Mai, am 24. Mai tagte das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Volker Staab, Architekt BDA. Die Auslobung durch die Stiftung erfolgte nach der Richtlinie für Planungs¬wettbewerbe; betreut wurde das Verfahren von der Planungsgruppe Plewa, Flensburg, zusammen mit Bernd Köster, Architekt BDA, Flensburg. 

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Volker Staab, Architekt BDA, setzte sich aus Fachpreisrichtern und Sachpreisrichtern zusammen. Als Fachpreisrichter wurden neben dem Leitenden Direktor der Stiftung, Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, die renommierten ArchitektInnen und Ausstellungsgestalter Prof. Ute Frank, Architektin, Berlin, Prof. Bart Lootsma, Historiker und Kurator aus Innsbruck und Julian Weyer, Architekt m.a.a. aus Århus berufen. Als ständiger Vertreter des Preisgerichts wurde Björn Bergfeld, Architekt BDA, aus Kiel benannt. Als Sachpreisrichter waren folgende Experten eingeladen: Prof. Dr. Lisa Kosok, Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte, Christoph Andreas Leicht, Hansapark Sierksdorf, Susanne Bieler-Seelhoff vom Ministerium für Justiz, Kultur und Europa, Dr. Bernd Brandes-Druba von der Sparkassen-Stiftung Schleswig Holstein. Das Preisgericht nominierte eine Siegergruppe von drei Teilnehmern, vergab aber keinen ersten Preis.

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