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2017: Nolde und Luther prägen Gottorf-Jahr

— abgelaufen

Das Landesmuseum auf Schloss Gottorf zeigt zu Emil Noldes 150. Geburtstag und dem Reformationsjubiläum 2017 gleich zwei große Ausstellungen. Los geht es am Montag, den 8. Mai, mit der bis dato umfangreichsten Ausstellung mit Bildern von Emil Nolde in der Geschichte des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte.

AUSBLICK AUF 2017

Ausstellungen

Nolde in der Südsee 8. Mai bis 3. September

Schloss Gottorf | Reithalle und Galerie Klassische Moderne Stiftung Horn

Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt anlässlich des 150. Geburtstages von Emil Nolde (1867-1956) gemeinsam mit der Nolde Stiftung Seebüll und der Stiftung Rolf Horn auf der Schleswiger Schlossinsel eine große Sonderausstellung mit dem Titel „Nolde in der Südsee“. Vom 8. Mai bis 3. September 2017 werden in der Reithalle und in Galerie der Klassischen Moderne der Sammlung Horn 19 Gemälde, mehr als 50 Aquarelle und 80 Pastelle und Zeichnungen ausgestellt – entstanden auf einer Südseereise von Emil Nolde in den Jahren 1913/1914.

Erstmals wird im Norden eine derartige Vielzahl und Bandbreite dieser Werke präsentiert, darunter viele Exponate, die selten oder noch nie öffentlich zu sehen waren.

Die Reise in die Südsee, die Emil Nolde zusammen mit seiner Frau Ada unternahm, gehört zu den zentralen Ereignissen seines Lebens und inspirierte seine Kunst nachhaltig. Zusammen mit zwei Tropenmedizinern und einer Krankenschwester waren Ada und Emil Nolde Teil einer „Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuginea-Expedition“ des Deutschen Reiches, die die verheerenden Epidemien in den deutschen Kolonien erforschen sollte. Für den Maler und seine Frau war diese Reise die Gelegenheit, die vermeintlich wilde und unberührte Welt der Südsee zu erleben, den ursprünglichen Zuständen menschlichen Seins unverfälscht begegnen zu können – sie folgten einer Sehnsucht, die Nolde mit vielen Künstlern seiner Zeit teilte. Der bekannteste Vertreter war sicherlich Paul Gauguin.

Die Reise vor mehr als 100 Jahren führte die Noldes im Gefolge der Expedition über Moskau mit der transsibirischen Eisenbahn nach Korea, Japan, China und Hongkong, dann weiter über die Philippinen nach Deutsch-Neuguinea. Schon auf der Hinfahrt entstanden die ersten Werke, schnelle konzentrierte Arbeiten in Aquarell und Tusche. Insgesamt fertigte Nolde Hunderte von Aquarellen an und 20 Gemälde. Aquarelle waren nicht nur wesentlich leichter zu transportieren, sondern Ölfarbe trocknete bei der hohen Luftfeuchtigkeit auch nicht durch. Die farbprächtigen Gemälde wie zum Beispiel „Tropensonne“ (1914) werden – neben den Aquarellen und Pastellen - auf Gottorf zu sehen sein.

Die Schleswiger Ausstellung „Nolde in der Südsee“ ist Teil des Ausstellungsverbundes „Nolde im Norden“: Anlässlich des 150. Geburtstages dieses großen Expressionisten öffnet die Nolde Stiftung in Seebüll erstmals in diesem Umfang ihre Depots und ermöglicht in Seebüll selbst, aber auch auf Gottorf und ab September 2017 in der Kunsthalle Kiel große Ausstellungen zu Noldes reichem Schaffen.


Luthers Norden 9. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018

Schloss Gottorf | Galerie 19. Jahrhundert und Historischer Rundgang

Im Jahr 2017 wird der Höhepunkt und Abschluss der Luther-Dekade gefeiert. 500 Jahre ist es her, dass der Augustinermönch Martin Luther seine berühmten 95 Thesen in die Welt trug. Der Norden spielte dank der frühen Durchsetzung der Reformation durch den dänischen König eine zentrale Rolle für das gesamte Reich. Auch gibt es enge Netzwerke und persönliche Verbindungen der nordischen Fürsten mit Martin Luther, vor allem zwischen König Christian III. von Dänemark und Martin Luther.

„Luthers Norden“ - eine Kooperation des Pommerschen Landesmuseums Greifswald, der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf und der Nordkirche - zeigt Wege, Personen und Stationen der Ausbreitung des neuen Glaubens von Dänemark und Schleswig-Holstein über Mecklenburg bis Pommern. Es entstand eines der größten konfessionell geschlossenen Gebiete Europas. Dies schuf einen fruchtbaren Boden für eine Vielzahl von kulturellen und gesellschaftlichen Wirkungen der Reformation, die weit über die Reformationszeit hinausreichten.

 

Die Ausstellung beschränkt sich nicht allein auf die unmittelbaren Ereignisse und den engen Zeitraum der Reformation, sondern zeigt, ausgehend von der Zeit vor der Reformation, die weit über den kirchlichen Lebensraum hinaus reichenden tiefgreifenden sozialen und kulturellen Wandlungsprozesse, die auf den Konfessionswechsel folgen. In einzelnen Schlaglichtern sollen die Wirkungen der Reformation bis in die Moderne gezeigt werden – auch wenn sie heute im weltlichen Gewand kaum mehr erkannt werden. Herausragende Exponate aus beiden Museen und bedeutende Leihgaben großer Museen in Europa lassen das Weltereignis Reformation lebendig werden.

Eine Vielfalt moderner Medien wir Animationen, Hörstationen und ein Audioguide begleiten die Präsentation.

Die Ausstellung ist zunächst von Mai bis September in Greifswald zu sehen, ab 9. Oktober dann in Schleswig.

 

Ab 2. Juni findet bereits in Vorbereitung auf die Luther-Ausstellung René Schoemakers. Cranach Suite.“ statt. Der Kieler Künstler René Schoemakers (geb. 1972) zeigt Werke im Cranach-Saal von Schloss Gottorf, in denen er auf Cranachs Kunst der Reformation antwortet. Lucas Cranach d.Ä., ein enger Freund und Vertrauter Martin Luthers, war einer der erfindungsreichsten Streiter für den neuen Glauben.

Ebenfalls passend zum Lutherjahr 2017 steht auch das Gottorfer Musikprogramm im Zeichen des Reformators Martin Luthers. Musik spielte bei der Ausbreitung der Reformation im Norden eine wichtige Rolle – man denke nur an den Lübecker „Singekrieg“; und die Musik gehört zu den schönsten Früchten der Reformation im Norden, allen voran die Musik des Gottorfer Hofes. Das Landesmuseum stellt seine Gottorfer Orgelmusik, die traditionell am letzten Freitag eines jeden Monats stattfindet, 2017 unter das große Motto des Jahres, das Reformationsjubiläum.

 

Albert Christoph Reck – Ich habe einen Vogel 11. April bis 29. Oktober
Kloster Cismar

Egal ob Albert Christoph Reck, geb. 1922 in Krappitz, die Wiesen von Henstedt-Ulzburg durchstreift oder Natur und Menschen in Afrika beobachtet: Es bleibt immer die klare Handschrift mit den kraftvollen Farben und den dunklen Konturen, die seine Bilder wie Glasfenster zum Leuchten bringen. Von Oberschlesien zog es Reck nach Bremen, wo er als Schiffsjunge anheuerte, bevor er 1947 wie Horst Janssen an die Hamburger Landeskunstschule in die Klasse von Alfred Mahlau kam. Ab 1951 arbeitete er als freier Künstler in Hamburg, hatte zahlreiche Ausstellungen und erhielt u.a. den Lichtwark-Preis. Bereits 1960 entwarf er für das Kloster Nütschau in Glas gefasste Kreuzwegstationen, die bis zum Umbau gezeigt wurden und heute an die St. Jakobuskirche in Hamburg-Lurup ausgeliehen sind. Seit 1962 lebte Reck etwa 40 Jahre lang mit seiner Frau und acht Kindern in Südafrika und in Swaziland, wo er Kunststudios und Webereien für junge Afrikaner einrichtete und während der gesamten Zeit tausende von Bildern malte, immer an seinem roten Faden entlang. 2003 kehrte er nach Deutschland zurück und bezog sein Atelier im Künstlerhaus Sootbörn in Hamburg-Niendorf.

Es geht für Reck in seiner Kunst sehr oft um den Schöpfungsgedanken, der aus den Gesetzen der Natur eine philosophische Idee entwickelt, die als Brücke dienen kann zwischen Kontinenten, Kulturen und Religionen.

 

Die Exodus-Affäre | 6. September 2017 bis 3. Juni 2018

Jüdisches Museum Rendsburg

Mit der historischen Ausstellung „Exodus“ soll an den 70. Jahrestag einer weltpolitisch folgenreichen Affäre erinnert werden, die sich 1947 zum Teil in Schleswig-Holstein zugetragen hat: Nach dem Ende des 2. Weltkriegs versuchten zehntausende überlebende europäische Juden, nach Palästina auszuwandern, das seinerzeit allerdings noch britisches Mandatsgebiet war. Die Briten versuchten massiv, diese illegale Einwanderung zu unterbinden. Im Juli 1947 wurde das Auswandererschiff „Exodus 1947“ mit über 4.500 Flüchtlingen an Bord von der britischen Marine im Mittelmeer vor Haifa aufgebracht und geentert. Anschließend wurde das Schiff von den Briten nach Hamburg umgeleitet; der Großteil der jüdischen Flüchtlinge wurde ab Anfang September 1947 im „Lager Pöppendorf“ bei Lübeck interniert.

Die Internierung von tausenden jüdischen Flüchtlingen in einem mit Stacheldraht und Wachtürmen ausgestatteten Lager in Deutschland führte zu verheerenden Reaktionen auf der gesamten Welt. Sogar US-Präsident Truman schaltete sich ein; die Presse berichtete weltweit. Innerhalb des Lagers leisteten die jüdischen Internierten Widerstand gegen die britischen Wachen. Aufgrund internationalen Drucks wurden die in Pöppendorf Internierten schließlich im Oktober 1947 freigelassen; viele von ihnen schlugen sich anschließend erneut nach Palästina durch. Die weltweite Empörung über das Schicksal der Exodus-Flüchtlinge trug 1947 entscheidend dazu bei, die internationale Meinung gegen ein weiteres britisches Mandat über Palästina zu wenden und damit die Gründung des Staates Israel voranzutreiben, die schließlich 1948 erfolgte.

Die Ausstellung soll zum einen Original-Fotomaterial ehemaliger Exodus-Passagiere vom Schiff und aus dem Lager Pöppendorf zeigen. Dieses Material liegt im Jüdischen Museum vor. Zum anderen sollen Wochenschauberichte sowie Fotos und Artikel der internationalen Presse (z.B. Time Magazine, New York Times) über Pöppendorf die internationale Brisanz der Affäre verdeutlichen. Insgesamt soll damit eine kurze, aber sehr folgenreiche Episode der jüdischen Geschichte in Schleswig-Holstein geschildert werden.

 

Wikinger Häuser in Haithabu – Das Wikinger-Leben unter freiem Himmel

Saisonstart am 1. April | Erweitertes Programm bei den Häusern

Großer Saisonstart unter freiem Himmel ist traditionell der Frühjahrsmarkt in Haithabu, der 2017 zum siebten Mal stattfindet. Die Wikinger Häuser Haithabu erwachen bereits am 1. April 2017 aus ihrem Winterschlaf, vom 14. bis 17. April feiern über die Ostertage mehr als 300 Aussteller mit ihren Besuchern das Ende der langen trüben Winterzeit - mit den ersten Markttagen am Haddebyer Noor. Der Sommermarkt findet vom 13. bis 16. Juli statt, der Herbstmarkt am 7. und 8. Oktober.

Das Wikinger Museum Haithabu wird bis Frühjahr 2018 saniert und modernisiert. Deshalb wird das Programm bei den Wikinger Häusern in der Museumssaison 2017 erweitert. Neben Bewährtem gibt es auch viel Neues zu entdecken. Eine besondere Attraktion ist eine archäologische Grabung, mit der eine mehr als 100jährige Ausgrabungsgeschichte fortgeschrieben wird: Nur wenige Meter von den Wikinger Häusern entfernt nehmen Archäologen unter den Augen der Besucher eine 1939 beendete Ausgrabung wieder auf.

 

Termine und Veranstaltungen 2017

18. Gottorfer Landmarkt / 40. Internationaler Museumstag

21. Mai 2017 | Öko-Spektakel und Kultur-Genuss

Zum 18. Mal findet am 21. Mai 2017 der Gottorfer Landmarkt als größter Ökomarkt Deutschlands in Schleswig auf Schloss Gottorf statt. Kaum eine andere Veranstaltung im Norden verhilft seit vielen Jahren den Erzeugern und Ausstellern von ökologischen und nachhaltigen Produkten sowie ökofairen Dienstleistungen bei Experten und Konsumenten zu stärkerer Aufmerksamkeit als der Gottorfer Landmarkt. Im einmaligen Ambiente der mächtigen Schlossanlage und in enger Verknüpfung mit dem riesigen Kulturangebot der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen ist der Landmarkt längst zu dem zentralen Ereignis der Bio-Branche und der größten ökologischen Informationsplattform geworden. Zum ersten Mal dabei: Arche Wader mit historischen Nutztierrassen. Die Vielfalt ausgewählter Haus- und Nutztierrassen von Arche Wader kann auf dem Landmarkt hautnah erlebt werden, denn sie sind als vom Menschen domestizierte Tiere auch besonders geeignet für die Interaktion von Mensch und Tier.

nospa.OPENAIR auf der Schlossinsel

22. Juli 2017 | Glasperlenspiel, Max Giesinger und Frida Gold

Mit dem nospa.OPENAIR bringen die Sparkasse und die Agentur Gofi aus Bredstedt am Sonnabend, 22. Juli, die derzeit angesagten Künstler Glasperlenspiel, Max Giesinger und Frida Gold auf die Schleswiger Schlossinsel. An dem Tag wird die Schlossinsel bereits um 15 Uhr als Veranstaltungsareal auf dem Parkplatz direkt vor der beeindruckenden Schlosskulisse geöffnet, die ersten Beats werden ab 17 Uhr von der großen Konzertbühne rollen. Die Bands spielen ihr volles Bühnenprogramm, Veranstaltungsende ist deshalb erst etwa 23 Uhr.

Das einmalige Ambiente auf der Schlossinsel, das attraktive Musikprogramm – dieser großartige Mix wird im nächsten Sommer am ersten Tag der großen Ferien viele Besucher zur Openair-Party anlocken. Platz ist genug, auf das geplante Veranstaltungsareal passen bis zu 5.000 Besucher.

Tickets zum Preis von 49,50 € sind erhältlich bei den Hauptstellen der Nospa in Schleswig, Husum und Flensburg sowie in allen Geschäftsstellen des sh:z.

 

 

Bauprojekte

Ein neues Haus für die Volkskunde -  Landesmuseum für Volkskunde
Ab Frühjahr 2017 | Baustart für das Eingangs- und Ausstellungsgebäude in Molfsee

In den kommenden Jahren entsteht vor den Toren Kiels ein neues Eingangs- und Ausstellungsgebäude für das Freilichtmuseum Molfsee - Landesmuseum für Volkskunde. Der Bau startet im nächsten Frühjahr, erster Spatenstich ist am 30. März durch Ministerpräsident Torsten Albig.

Das 2013 durch die Fusion entstandene Freilichtmuseum Molfsee – Landesmuseum für Volkskunde ist das zentrale Museum für Volkskunde in Schleswig-Holstein. Durch den Neubau werden die Voraussetzungen geschaffen, zu einer musealen Einheit zusammenzuwachsen und das Museum ganzjährig zu öffnen.
Das Eingangs- und Ausstellungsgebäude, für das das Land 10 Millionen Euro bereit stellt, soll die Besucher mit einer hohen Service- und Aufenthaltsqualität einladen und in das Freigelände mit dem historischen Baubestand überleiten.

 

Fertigstellung Zentralmagazin auf dem Hesterberg

Einweihung auf dem Hesterberg am 6. April im Beisein des Ministerpräsidenten

16 Monate nach dem Spatenstich für das Zentralmagazin auf dem Hesterberg wird der Neubau am 6. April durch Ministerpräsident Torsten Albig und Anke Spoorendonk, Minsterin für Justiz, Kultur und Europa, eingeweiht. Bevor mit dem Einräumen des neuen Lagers begonnen werden kann, muss der Neubau zunächst noch durchtrocknen, ehe voraussichtlich Ende 2017 das Bestücken und das Einräumen des Depots beginnen kann – ein Prozess, der etliche Jahre in Anspruch nehmen wird.

4,9 Millionen Euro stellt das Land Schleswig-Holstein für die Weiterentwicklung der musealen Depots in Schleswig zur Verfügung. Eine weitere Million Euro erhält die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen von der in Hamburg ansässigen HERMANN REEMTSMA STIFTUNG aus deren Bündnis „Kunst auf Lager“. 500.000 Euro fließen direkt in den Bau des neuen Zentralmagazins, mit einer weiteren halben Million Euro unterstützt die private Stiftung das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte beim Aufbau eines digitalen Inventarisierungsprogramms.

 

 

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