Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

 
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Jugendstil

Im Zusammenklang von Raumausstattung, Malerei, Plastik und Kunsthandwerk wird in der Jugendstil-Abteilung das Prinzip des „Gesamtkunstwerks“ anschaulich, dem sich die großen Künstler der Zeit verpflichtet fühlten. Nach Entwürfen von Peter Behrens, Josef Hoffmann und Henry van de Velde wurden die Teppichböden gefertigt. Auch die ausgestellten Gebrauchsobjekte, vom Tischtuch über Geschirr, Glas und Besteck bis hin zu Industrieprodukten, lassen den hohen künstlerischen Anspruch erkennen, der alle Bereiche des Lebens umfaßte. Der Rosen-Dekor des Flensburgers Hans Christiansen etwa schmückte Teppiche, Tapeten und Vorhänge, Fenster und Möbel, Porzellan und Glas. Er galt in Paris als einer der gefragtesten Entwerfer für schöne Gebrauchskunst. Neben verschiedenen Gläsern ist ein ganzes Schlafzimmer von ihm ausgestellt.
Daneben sind Möbel von Peter Behrens, Richard Riemerschmidt, Henry van de Velde und Wenzel Hablik zu sehen, der sich in Itzehoe niederließ. Er hinterließ ein reiches, eigenwilliges Oeuvre, das neben Mobiliar auch Kunsthandwerk, Zeichnungen und Gemälde umfaßt. Einen Schwerpunkt bei der Malerei bilden Gemälde der Skagen-Maler wie Anna und Michael Anker oder Vilhelm Hammershoi. Den wohl bedeutendsten Beitrag zum internationalen Jugendstil leistete Schleswig-Holstein mit der „Scherrebeker Kunstwebschule”, die Webteppiche nach den Entwürfen bekannter Maler produzierte. Zu ihren berühmtesten Erzeugnissen gehörte der Wandteppich “Fünf Schwäne” nach einem Entwurf von Otto Eckmann. So zeigt sich in der Gottorfer Ausstellung die ganze Vielfalt der Spielarten des europäischen Jugendstils zwischen Wien und Kopenhagen.

 
Otto Eckmann, Stille Fahrt, 1896
Hans Christiansen, Likörglas und Karaffe mit Rosendekor, um 1903
 
Hans Christiansen, Serviceteller, flach, mit Rosendekor, um 1903
 
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