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Kunstpreis für die Norddeutschen Realisten

Dieses Bild von Friedel Anderson enstand in der Gottorfer Reithalle im Verlauf der Realismus-Ausstellung.
 
Dieses Bild von Friedel Anderson enstand in der Gottorfer Reithalle im Verlauf der Realismus-Ausstellung.

Der Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft 2013 ist den Künstlern der Gruppe Norddeutsche Realisten verliehen worden. Diese Auszeichnung ist auch eine Anerkennung für die große Gottorfer Ausstellung "Realismus in Norddeutschland. Eine Zwischenbilanz" - die am 20. Oktober zu Ende gegangen ist. Mit den seit 1992 in wechselnder Besetzung stattfindenden gemeinsamen Plainair-Malsymposien hat die Künstlergruppe Norddeutsche Realisten neue Wege in der Kunst beschritten.

Der Realismus hat in der Kunst des Nordens auch in den Zeiten der Moderne stets eine Rolle gespielt oder zumindest eine eigene Rolle behalten. Seit der dänischen Malerei des goldenen Zeitalters ist dieser Realismus mit besonderen malerischen Reizen versehen. Daher fügt sich das an sich überraschende Auftreten einer Bewegung von insgesamt 18 Künstlern der Gegenwart in den geschichtlichen Kontext. Seit über 20 Jahren treffen sich die meisten der seit Mai in der Reithalle von Schloss Gottorf ausgestellten Künstler als „mobile Künstlerkolonie auf Zeit“ (Helmut Sydow) regelmäßig in unterschiedlicher Besetzung, um gemeinsam nach Sicht zu malen, zumeist im Freien. Initiiert wurde die Bewegung vor mehr als zwei Jahrzehnten von Nikolaus Störtenbecker (*1940), der mit einigen anderen Mitgliedern zu den älteren Künstlern in der Gruppe gehört. Die Künstler stammen größtenteils aus Norddeutschland. Die fünf Berliner Maler sind der norddeutschen Landschaft in ihrer Arbeit verbunden.

Gemeinsam ist den Künstlern die Bindung an die Welt des Gegenständlichen. Die Motive reichen von der Naturlandschaft als klassischem Thema der Freilichtmalerei über Stadt- und Industrielandschaften bis hin zu Stillleben, Interieurs, Figurenbildern, Porträts und Akten. Durch die Gegenüberstellung der Künstler wird ihr jeweils individueller Zugang zur Welt des Gegenständlichen deutlich. Dabei tritt einerseits das Anknüpfen an die Tradition der Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts – das goldene Zeitalter der dänischen Malerei setzte Impulse im Norden –, andererseits die Innovationskraft der Künstler, sowohl durch die Wahl der Motive als auch durch ihre Bildsprache, hervor.

Die Maler haben im künstlerischen und persönlichen Austausch ihre Fertigkeiten und Techniken sowie ihre Auffassung von Realismus ausdrucksstark entwickelt. In ihrer Darstellung von Personen und Landschaften, Gewerbe und Industrie erreichen sie ein allgemein anerkanntes, eindrucksvolles Niveau. Die Retrospektive von Arbeiten der Gruppe auf Schloss Gottorf hat die Leistungen der einzelnen Künstler überzeugend vor Augen geführt, heißt es auf der Urkunde des Kunstpreises.

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