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Neue Akzente in der Stiftung Rolf Horn

Die Sammlung Rolf Horn entstand in den 1980er Jahren mit dem Schwerpunkt des deutschen Expressionismus – einer der radikalen künstlerischen Antworten auf die von gesellschaftlichen und politischen Wandlungen geprägte Zeit zwischen 1905 und 1925. Jetzt wurden die Räume renoviert und einige neue, aufregende Akzente gesetzt.

Die Galerie der Klassischen Moderne, seit 1995 Sitz der Sammlung und Stiftung Rolf und Bettina Horn, hat ihren Ort in einem zweiflügligen Gebäude auf der Gottorfer Schlossinsel. Nach dem Ausbau des ehemaligen Pferdestalls durch den Stifter sind hier die Sammlung Horn sowie private Leihgaben und moderner Bestand des Museums zu sehen. Seiner Maxime folgend, dass die "Dinge einem nur auf Zeit gehören", hatten der Sammler und seine Frau Bettina 1993 ihren Besitz an expressionistischer Kunst, afrikanischer und ozeanischer Plastik sowie zeitgenössischen Skulpturen (wie denen Bernhard Heiligers im Park) dem Museum als Stiftung übergeben.

Expressionismus, das hieß für Rolf Horn eine facettenreiche Kunst, die die Auf- und Umbrüche einer kurzen Epoche spiegeln: Es ging ihm bei seinen Kunst-Erwerbungen stets um Ausdruck, um Menschlichkeit, um Botschaften aus schwieriger Zeit. So finden sich in der Sammlung von Beginn an Menschenbilder – Reihen von Köpfen, auch von Selbstporträts, mit denen die „Brücke“-Künstler – Kirchner, Schmidt-Rottluff, Heckel, Pechstein – sich und die Welt befragten, in die Käthe Kollwitz ihre Trauer um die Menschheit hineinlegte und Max Beckmann seine skeptische Distanz. Darstellung von Wirklichkeit beginnt mit Selbstbefragung: Köpfe dominieren in dieser Sammlung. Sie erzählen, sie packen und berühren. Sie setzen sich aus den Zeiten vor 1914 fort in die der 20er Jahre und von dort bis in die Gegenwart der „Lebensalter“ – zwei großen Holzschnitt-Folgen von 2011 und weiteren Arbeiten von Matthias Mansen.
Die Sammlung wächst, sie setzt sich fort, ohne dabei ihr Leitmotiv zu verlieren. Konzentriert auf die Wegbereiter vom Beginn des 20. Jahrhunderts und auch einmal offen für gegenwärtige Positionen, entfaltet sie Bilder vom Menschen und zeigt damit neben der Malerei  meisterliche Zeichnungen, Holzschnitte, Radierungen oder Lithographien, die ein Jahrhundert überspannen.

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