Liebermanns Gegner und die Neue Secession
Kirchner, Marc, Nolde, Macke, Jawlensky und natürlich Liebermann: Die Werke großartiger Künstler sind bis zum 23. Oktober in der Gottorfer Reithalle zu bewundern. Der Titel der Ausstellung: Liebermanns Gegner: Die Neue Secession in Berlin und der Expressionismus.
Die große Gottorfer Sommerausstellung stellt die Geschichte und Bedeutung der Neuen Secession in Berlin dar, deren Wirken ganz wesentlich der Durchbruch des Expressionismus in Deutschland zu verdanken ist. Sie entstand als Gegenorganisation zur Berliner Secession, die von Max Liebermann geführt wurde. Den Anlass zu ihrer Gründung gab im April 1910 die ungewöhnlich hohe Zahl von Zurückweisungen vor allem jüngerer Künstler, die Werke für die Jahresausstellung der Secession eingereicht hatten. Es war der Maler Georg Tappert, der daraufhin die Initiative zu einer eigenen Ausstellung der Zurückgewiesenen ergriff. Eine Woche nach Erhalt der Ablehnungsbescheide, am 21. April 1910, wurde die Neue Secession offiziell gegründet. Am 15. Mai wurde ihre erste Ausstellung unter dem Titel „Ausstellung von Zurückgewiesenen der Berliner Secession 1910“ eröffnet.
In ihren weiteren Ausstellungen in den Jahren bis 1914 wurden dem teilweise schockierten Publikum Werke von Berliner Expressionisten wie Moriz Melzer, Heinrich Richter-Berlin und Cesar Klein präsentiert, aber auch Arbeiten der berühmten Mitglieder der Künstlervereinigung Brücke und der Künstler des späteren Blauen Reiters.
Die bedeutendste Ausstellung der Vereinigung wurde die vierte Ausstellung, die vom November 1911 bis Januar 1912 gezeigt wurde und mehr als 110 Kunstwerke präsentierte. Neben zahlreichen Malern und Bildhauern aus Berlin und anderen deutschen Städten waren auch Künstler aus Tschechien und aus Frankreich vertreten, so dass diese Ausstellung die erste war, die einen internationalen Überblick über die allerjüngste Kunstentwicklung gab.
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf und der Stiftung Brandenburger Tor.
Zur Ausstellung ist zum Preis von 24,90 Euro ein Katalog im Wienand-Verlag erschienen.
Die Ausstellung in der Reithalle ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Ticket für die Sonderausstellung "Liebermanns Gegner" kostet 8 €, ermäßigt 5€. Das Kombiticket - Liebermann und alle Ausstellungen der Landesmuseen auf Schloss Gottorf inklusive Eintritt Barockgarten - ist für 12 € (ermäßigt 9 €) erhältlich.
Die Neue Secession in Berlin und der Expressionismus in Deutschland: 17. Juli – 23. Oktober 2011 - Schloss Gottorf, Reithalle; täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr
