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Die "Schrecken des Krieges" im Kreuzstall

Der legendäre Zyklus „Desastres de la Guerra“ von Francisco de Goya ist vom 4. August bis 26. November in der nächsten Ausstellung aus der Sammlung von Elisabeth und Hans-Joachim Bönsch im Kreuzstall auf Schloss Gottorf zu sehen. Die „Desastres“ sind erst 1863, 35 Jahre nach Goyas Tod, in einer ersten Auflage gedruckt worden. Goya hatte diese Serie, seinen leidenschaftlichen Protest gegen die Fremdherrschaft der Franzosen über Spanien und gegen die Gräuel dieses und jeden Krieges, zu seinen Lebzeiten publizieren wollen, was durch die politischen Verhältnisse in Spanien aber verhindert wurde.

Aus einer privaten Kunstsammlung, die in den 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Anfang nahm, wurde 2001 die Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch in Wolfsburg gegründet. Seit 2016 sind die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf und die Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch vertraglich mit einander verbunden. Für zunächst 30 Jahre verwaltet das Museum die Kunstwerke der Wolfsburger Stiftung, die immer noch durch Zukäufe ergänzt werden, und hat sich verpflichtet, jährlich eine von einer Publikation begleitete Ausstellung daraus zu zeigen. Nach der Auftaktausstellung „Ouvertüre“ folgt mit „Goya. Die Schrecken des Krieges“ die erste detaillierte Schau eines Bereichs der Sammlung.

In 80 Radierungen hat Goya die Ereignisse der französischen Invasion Spaniens und des anschließenden Befreiungskampfes 1808 bis 1814 verarbeitet. Gezeigt wird der ganze Zyklus.Bereits Titel und Titelblatt („Traurige Vorahnungen kommender Ereignisse“) machen deutlich, dass der Künstler höchst ungewöhnlich für die damalige Welt die Grausamkeit des Krieges in äußerst belastenden, brutalen Szenen darstellt. In den ersten 47 Blättern wird das Thema von Gewalt und Entehrung in den Kriegshandlungen von beiden Seiten  ausgebreitet. 17 weitere Blätter behandeln den Hunger und seine Folgen in den spanischen Städten, während die letzten 16 Blätter in allegorischen Darstellungen das Phänomen des Krieges symbolisch fassen.

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