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Von Brennpunkt zu Brennpunkt. Georg Tappert

7. Februar bis 6. Juni 2010

Insbesondere in seinen graphischen Arbeiten bewies Tappert durch seine lebendige Linienführung und die Unmittelbarkeit der Realitätswiedergabe seine künstlerische Könnerschaft. Am Puls der Zeit spiegeln diese Arbeiten zudem ihre bewegten Entstehungsjahre wieder. Seine unverblümt zupackenden Aktzeichnungen von Nackttänzerinnen stehen der Prüderie der Wilhelminischen Ära provokant entgegen. In den Jahren des Ersten Weltkriegs und der revolutionären Nachkriegszeit spiegeln Tapperts Werke neue Impulse des Kubismus und seine Suche nach Orientierung in einer Welt von Untergang und Aufbruch. Neben religiösen Themen beschäftigen ihn Landschaften und Badende in der Natur. Doch schon bald widmet er sich wieder dem unverfälschten Bild der Menschen seiner Zeit, die er in den sogenannten >Goldenen Zwanziger Jahren< auf den Straßen, in Cafés, Nachtclubs und im Zirkus beobachtet. Wie besessen zeichnet er vor allem Frauen inmitten des pulsierenden Lebens. Die Zeichnung wird zum entscheidenden Träger seines künstlerisch vermittelten Humanismus. Ausgegrenzt von der NS-Kulturpolitik verliert er seine Professur und zieht sich nach 1937 in die innere Emigration und auf die vom Menschen befreite Landschaftsdarstellung zurück.
Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Gesa Bartholomeyczik. Initiator der Ausstellung ist die auf Schloss Gottorf ansässige Georg Tappert-Stiftung, aus deren Besitz die Arbeiten stammen.

 

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