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Schloss Gottorf ehrt den Künstler Lehmbruck

Emporsteigender Jüngling, Bronze von 1913/1419 / LehmbruckMuseum Duisburg
 
Emporsteigender Jüngling, Bronze von 1913/1419 / LehmbruckMuseum Duisburg

20. Januar 2013 - 21. April 2013 Reithalle

Wilhelm Lehmbruck gehört zu den wichtigsten europäischen Künstlern des beginnenden 20. Jahrhunderts. Seine expressiven Hauptwerke wurden für seine Zeitgenossen zu Sinnbildern eines neuen Menschen. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
präsentiert den Künstler umfassend als Bildhauer, Maler, Zeichner und Radierer. 120 Hauptwerke aus dem LehmbruckMuseum Duisburg, das seit 2010 mit dem gesamten Nachlass den weltweit umfangreichsten und wertvollsten Bestand seines OEuvres besitzt,
machen diese hochkarätige Retrospektive in der Gottorfer Reithalle möglich.
Erstmals zeigt Schloss Gottorf in einer umfassenden Retrospektive Wilhelm Lehmbruck, neben Barlach der wichtigste Bildhauer des deutschen Expressionismus. Die Ausstellung präsentiert den Wegbereiter der Moderne als Bildhauer, Maler, Zeichner und Radierer: 120 Hauptwerke aus dem Bestand des LehmbruckMuseums Duisburg, das seit 2010 mit dem gesamten Nachlaß den weltweit umfangreichsten und wertvollsten Bestand seines Œuvres besitzt, ermöglichen es dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf, diese hochkarätige Retrospektive zu zeigen. Präsentiert wird sie in der Reithalle vom 20. Januar bis zum 21. April 2013. 

„Was wir Expressionisten suchen ist: präzis aus unserem Material den geistigen Gehalt herauszuziehen. Seinen äußersten Ausdruck“. (Wilhelm Lehmbruch 1918)

Wilhelm Lehmbruck gehört zu den großen Bildhauern der Klassischen Moderne. In den Jahren um 1910 fand er in seinen Figuren zu neuem plastischem Ausdruck und zu einem neuen, spirituellen Menschenbild. Innerlichkeit und Empfindsamkeit sprechen aus der sensiblen Körperlichkeit und expressiven Gebärdensprache seiner Figuren. Inneres Empfinden wird in der äußeren Gestalt spürbar. Damit wird Wilhelm Lehmbruck zu einem wichtigen Erneuerer der europäischen Bildhauerkunst. Der Mensch ist das zentrale Thema in Lehmbrucks Schaffen. Neben 51 Skulpturen aus den Jahren 1898 bis 1918 – darunter alle Hauptwerke – sind Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und Lithographien zu sehen. Sie zeigen die Entwicklung des Künstlers von seinen Anfängen um die Jahrhundertwende bis zu Hauptwerken des Expressionismus.
Mit der „Knienden“ von 1911 oder dem „Emporsteigenden“ von 1913 schuf Lehmbruck Figuren, die von Zeitgenossen als Sinnbilder eines neuen Menschen empfunden wurden. In der Entwicklungsgeschichte der europäischen Skulptur bildet Wilhelm Lehmbruck das stilistische Bindeglied zwischen Aristide Maillol und Alberto Giacometti. Mit seinen ab 1911 entstandenen Akten wie „Große Kniende“ oder „Emporsteigender Jüngling“ mit ihrer expressiven Gebärdensprache und ihrem vergeistigtem Ausdruck gelang Lehmbruck eine fundamentale stilistische und spirituelle Erneuerung des Menschenbildes - durch seine höchst individuelle, sensible und poetische Darstellung des Wesens der Dinge, des Wesens der Natur und des ewig Menschlichen.
Lehmbrucks künstlerische Entwicklung vom Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie (1901-1906) bis zu seinem allzu frühen Freitod (1919) wird in der Gottorfer Ausstellung in eindrucksvollen Werkgruppen demonstriert werden, die folgende Themen umfassen: Jugend und Alter; Mutter und Kind; Porträts; Denkmäler der Arbeit und des Todes; Ganzfiguren und Torsi. Die Werke Lehmbrucks treten für die Dauer der Ausstellung auf der Schleswiger Museumsinsel in einen wunderbaren Dialog zu den zahlreichen Figuren und Arbeiten von Barlach und Kollwitz sowie den Bildern der deutschen Expressionisten in der Sammlung Rolf Horn, Galerie Klassische Moderne auf Schloss Gottorf.
 
Mit der Ausstellung verbindet sich ein besonderer Katalog, der dem aktuellen Forschungsstand entspricht. Dies beginnt bei der gänzlich neuen Werkbiographie, für die Mit-Herausgeber Hans-Dieter Mück rund 150 Dokumente durchgearbeitet hat. Zum anderen widmet sich das Buch auch Lehmbrucks unglücklicher Liebe, die der depressive Künstler für die Schauspielerin Elisabeth Bergner (1897-1986) empfand. Jene Leidenschaft hat wohl neben den Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges zu seinem Selbstmord im Berliner Atelier beigetragen hat. Immerhin hat Lehmbruck seiner großen Liebe rund 100 Arbeiten gewidmet.
 
Wilhelm Lehmbruck - Retrospektive
bis 21. April in der Reithalle, Schloss Gottor

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