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Schloss Gottorf erinnert an die Gruppe 83

Ulrich Schneider eröffnete vor 150 Gästen die Ausstellung der Gruppe 83
 
Ulrich Schneider eröffnete vor 150 Gästen die Ausstellung der Gruppe 83

16. Juni 2013 - 8. September 2013 Kreuzstall

Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte nimmt das 30jährige Bestehen der Gruppe 83 zum Anlass, um in einer Retrospektive mit 90 Exponaten das vielfältige Spektrum dieser Künstlervereinigung zu präsentieren.

Die Ziele der Gruppe 83, Keramik als eigenständige Kunstform in Deutschland zu vertreten, in Ausstellungen und Publikationen bekannt zu machen und schließlich den Nachwuchs zu fördern, sind seit der Gründung im Jahr 1983 die verbindenden Maximen; Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist allerdings die vorherige Aufnahme in die  Académie Internationale de la Céramique (AIC) in Genf, was einen hohen künstlerischen Standard garantiert.

So allgemein die Zielsetzungen der Künstlergruppe sind, so vielfältig sind die Arbeiten der 38 Künstler, die in der Ausstellung im Kreuzstall von Schloss Gottorf zu sehen sind.  In der Retrospektive treffen Arbeiten ehemaliger und verstorbener Mitglieder auf das Schaffen der 16 gegenwärtig in der Gruppe 83 organisierten Keramiker. Die Ausstellung versucht wenn möglich aus jeder Dekade des Bestehens von jedem Gruppenmitglied eine charakteristische Arbeit zu zeigen, wobei die Auswahl nicht primär dem kuratorischen Blick unterworfen war, sondern den Künstlern selbst überlassen wurde. Jeder sollte für sich jeweils zwei Keramiken aus den vergangenen drei Dekaden, also sechs herausragende Beispiele des eigenen Schaffens vorschlagen.  Aus diesen Vorschlägen wurde schließlich pro Dekade ein Beispiel ausgewählt, um im Dachgeschoss des Kreuzstalls präsentiert zu werden.


Vom 27. April bis zum 6. Juni 1985 präsentierten 23 deutsche Keramiker, alle waren Mitglieder der Académie Internationale de la Céramique in Genf, ihr Schaffen in einer großen, gemeinsamen Ausstellung im Keramion in Frechen.  Dies war das erste öffentliche Auftreten der Gruppe 83,  die in diesem Jahr auf ihr dreißigjähriges Bestehen zurückblickt.

Als sich die  deutschen Mitglieder der Académie Internationale de la Céramique (AIC) 1983 zusammenschlossen, hatten sie drei Ziele:

1.  Keramik als eigenständige Kunstform in Deutschland zu vertreten,

2.  deutsche Keramikerinnen und Keramiker durch Ausstellungen und Publikationen im In- und Ausland bekannt zu machen,

3.  den Nachwuchs zu fördern.

 

Diese allgemeine Zielsetzung, die nicht darauf setzte, eine gemeinsame künstlerische Position zu vertreten, unterscheidet die Gruppe 83 von anderen Künstlerzusammenschlüssen. Fragt man nach dem Geheimnis des nunmehr 30 jährigen Zusammenhalts der Gruppe, so liegt das sicher in dem Verzicht auf ein gemeinsam zu vertretendes künstlerisches Programm. Jedes Mitglied hatte die Freiheit, sich in seiner Kunst individuell zu entwickeln und dabei die jenseits aller Kunstprogrammatik liegenden Ziele der Gruppe zu vertreten. Die Liebe und das Leben für die Keramik ist der Kitt, der eine Anzahl von Individualisten zu einer Gruppe vereint.

Bei aller Freiheit der Entwicklung und Veränderung der Form vom eingetragenen Verein zu einem freien Zusammenschluss, ist eines geblieben: die notwendige Aufnahme in die AIC. Dieses von außen kommende Kriterium hat sich für den inneren Zusammenhalt bewährt, da es eine Verjüngung und Weiterentwicklung ohne Kampfabstimmung und Konfrontationen ermöglicht. Die Gruppe 83 ist ein freundschaftlich geknüpftes Netzwerk innerhalb der größeren Organisation der AIC, in dem das "Wir Gefühl" die Kraft ist, die diese Künstlergruppe wohl bis in ein gemeinsames 4. Jahrzehnt trägt.

 

Gruppe 83 - Keramiken aus drei Jahrzehnten

16. Juni – 8. September 2013 / Dachgeschoss Kreuzstall Schloss Gottorf

Mo.-Fr. 10-17 Uhr, Sa.+So. 10-18 Uhr geöffnet

 

Die Ausstellung zeigt Arbeiten folgender Künstler

Bruno Asshoff (1914-2003); Ingeborg Asshoff (1919-1998); Karin Bablok (*1964); Antje Brüggemann (*1941); Michael Cleff (*1961); Dorothee Colberg-Tjadens (*1922-2004); Dieter Crumbiegel (*1938); Monika Debus (*1961); Volker Ellwanger (*1933); Mario Enke (*1948); Cathy Fleckstein (*1955); Christa Gebhardt (*1937); Johannes Gebhardt (*1930); Walter A. Heufelder (*1926); Karl Jüttner (*1921-2006); Horst Kerstan (*1941-2005); Ruth Koppenhöfer (1922-1994); Karl Friedrich Korden (*1935); Elly Kuch (*1929-2008); Wilhelm Kuch (*1925); Beate Kuhn (*1927); Hans Lifka (1905-1996); Otto Meier (1903-1996); Rolf Overberg (1933-1993); Gabriele Pütz (*1949); Renée Reichenbach (*1956); Elisabeth Schaffer (*1935); Karl Scheid (*1929); Ursula Scheid (1932-2008); Gisela Schmidt-Reuther (*1915-2009); Kyra Spieker  (*1957); Wendelin Stahl (1922-2000); Robert Sturm (1935-1994); Fritz Vehring (*1944); Vera Vehring (*1944); Gotlind Weigel (*1932); Gerald Weigel (*1925); Friederike Zeit (*1963)

 

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