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Klaus Kütemeier - Eine herrlich langsame Kunst

14. Februar bis 5. April 2010

Eine markante, aber dennoch von der breiten Kunstöffentlichkeit bisher weitestgehend unbeachtete Position in der Gegenwartskunst nimmt das Werk des Hamburger Bildhauers Klaus Kütemeier (* 1939) ein. Bereits seit vielen Jahren sind vier monumentale Steinskulpturen des Künstlers Dauergast im Gottorfer Skulpturenpark. Nun zeigt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf als erstes Museum überhaupt eine Retrospektive über das fast 50-jährige Schaffen des einstigen Schülers von Gustav Seitz.
Seit den 1960er Jahren widmet sich Kütemeier der realistischen Skulptur, wobei er vornehmlich in Stein arbeitet. Diese Materialität bringt nicht nur eine enorme Schwere mit sich, sondern bedingt einen langsamen, wohl überlegten und hochkonzentrierten Arbeitsprozess. Mit einer einzigen großfigurigen Skulptur befasst sich der Bildhauer darum meist mehrere Jahre, bearbeitet sie nur mit Hammer und Meißel, ohne den Einsatz von Maschinen. Während es heute ein Leichtes ist, Bilder schnell und einfach zu reproduzieren und massenhaft multimedial zu verbreiten, vermitteln Kütemeiers Figuren in ihrer ausgewogenen Formensprache grundmenschliche Wesenszüge und gewinnen dadurch eine geradezu archaisch anmutende, Zeiten überdauernde Aura. Nicht selten erinnern seine Arbeiten an altägyptische Kunst.
Neben seinen realistischen Arbeiten nehmen kubische, surreal anmutende Figurationen und Fabelwesen voll Ironie, Leichtigkeit und verspielter Phantastik eine gesonderte Stellung im Gesamtwerk des Künstlers ein.
Über  20 bildhauerische Arbeiten werden in der Reithalle und im Außengelände auf der Schlossinsel vom 14. Februar bis 5. April 2010 zu sehen sein. Zusätzlich präsentiert die Ausstellung ein Konvolut graphischer Arbeiten des Künstlers, die vielfach als Studien für Skulpturen dienten.
Kuratiert wird die Ausstellung vom Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, Dr. Jürgen Fitschen und Dr. Thomas Gädeke.

 

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