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Frühling - gesehen von Georg Tappert

Georg Tappert: Frühlingslandschaft, um 1935
 
Georg Tappert: Frühlingslandschaft, um 1935

Wunderbare Stillleben und Landschaften, die das Früh- und das Spätwerk von Georg Tappert (1880 - 1957) auszeichnen, sind noch bis zum 3. April im Kreuzstall zu sehen: "Frühling - gesehen von Georg Tappert".

Auf der Schleswiger Schlossinsel bricht in dieser Woche der Frühling aus. Mittwochabend, 2. März um 18.30 Uhr, lädt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zu einer kleinen Ausstellungseröffnung ein.  „Frühling gesehen von Georg Tappert“ sorgt im ersten Obergeschoss  des Kreuzstalls mit elf wunderbaren Gemälden für ein Frühlingserwachen. „Mein ‚Miljö’ war Variété, Zirkus, Theater, Proletariat“ schrieb Georg Tappert im Rückblick. Er erwähnt nicht die Stillleben und Landschaften, die Früh- und Spätwerk auszeichnen und die nun bis zum 15. Mai – ausgewählt aus dem Bestand der Georg-Tappert-Stiftung von Dr. Margret Schütte – im Kabinett des Kreuzstalls zu sehen sind.
Mit einer Empfehlung von Max Liebermann ging der Schneidergeselle Georg Tappert 1898 an die Karlsruher Akademie der Bildenden Künste. 1903 bis 1904 entdeckte er als Assistent an der Kunstschule des reformfreudigen Paul Schultze-Naumburg sein pädagogisches Talent. In dieser Zeit zeigte Paul Cassirer in Berlin die großen Maler der Moderne: Paul Cézanne und Paul Gauguin. Letzterem schrieb Tappert die Anregung zu seinen Blumenstillleben zu, die er 1905 in seiner ersten Einzelausstellung bei Paul Cassirer zeigte.
1910 entdeckte er mit Gründung der Neuen Secession sein Talent als Kunstfunktionär und spielte in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg eine wichtige Rolle in der Kunstpolitik. Er war Professor an der Königlichen, dann Staatlichen Kunstschule. Nach 1933 wurde diese Stellung ständig durch die Nationalsozialisten bedroht. 1934 bis 1937 unternahm er – auch mit Schülern – meist im Frühjahr oder Herbst Exkursionen nach Alt-Toeplitz westlich von Berlin. Schon in den 1920er Jahren hatte er sich in ‚dicht gewebten’ Kompositionen dem Thema ‚Landschaft’ genähert. Jetzt entdeckte er die Notwendigkeit, aber auch Möglichkeiten der Reduktion und Abstraktion. Die Farben sind gedämpft; ein melancholischer Grundton bestimmt die oft zarten kleinen Formate und weiße Baumblüte verrät größere Hoffnungen als die auf den nächsten Sommer.
1937 wurde Georg Tappert endgültig aus dem Lehramt entlassen; er erhielt Unterrichts- und Ausstellungsverbot. Nach 1945 widmete sich Georg Tappert bis zu seinem Tod ganz dem Aufbau der Hochschule für Kunsterziehung und deren Überführung in die Hochschule für bildende Künste in Berlin.

Die Ausstellung ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr und ab 1. April täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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