Benutzerspezifische Werkzeuge

form.frei: Keramik Europas

Keramik "Landplage" von Ursula Commandeur (Foto: Baumann, Höhr-Grenzhausen)
 
Keramik "Landplage" von Ursula Commandeur (Foto: Baumann, Höhr-Grenzhausen)

Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf zeigt bis zum 14. Februar 2016 die Ausstellung „form.frei. Keramik Europas“. Dem Besucher präsentiert sich eine Auswahl von 34 Positionen freier Keramik unterschiedlicher europäischer Künstler aus zwölf Ländern. Die Arbeiten sind zum einen geschlossen in den Räumen der Galerie des 19. Jahrhunderts zu finden, aber auch als Interventionen in der Dauerausstellung. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Teilübernahme der Ausstellung zum 13. Westerwaldpreis 2014, einem der bedeutendsten europäischen Preise für zeitgenössische Keramik.

Mit Keramikausstellungen wie „Gruppe 83. Keramiken aus drei Jahrzehnten“, „Just Mastered“ und „Labyrinth“ hat Dr. Ulrich Schneider, Leiter der Abteilung Kunsthandwerk im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf, in den vergangen Jahren den Blick der Öffentlichkeit bereits auf die aufbrechenden Grenzen zwischen Kunsthandwerk und Bildender Kunst gelenkt. Erste Ansätze zu freien Keramik in der Sammlung des Landesmuseums finden sich schon in den 1980er Jahren.

Die Ausstellung „13. Westerwaldpreis. Keramik Europas“, die im Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen bis März dieses Jahres zu sehen war, zeigte rund 306 Werke von 228 internationalen Künstlern mitu nterschiedlichen künstlerischen Ansätzen von klassischer Gefäßkeramik über Design bis hin zur Confrontational Art.

Angesichts der Aktualität des Themas und der Entwicklung des Bereichs Keramik auf Gottorf wurden für die Gottorfer Ausstellung 35 Keramikarbeiten ausgewählt, die die klassischen Vorstellungen von Keramik und Kunsthandwerk aufgebrochen haben.

„Die jungen Wilden“ – diese spontane Assoziation äußert Dr. Kirsten Baumann, Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf, bei der Präsentation der Zusammenstellung von Arbeiten für „form. frei. Keramik Europas“ und greift damit das auf, was die Bewegung einer neuen, kühnen Generation von Keramikern ausmacht.

Anhand der 35 künstlerischen Positionen in der Ausstellung erkennt der Besucher, dass Keramik längst nicht mehr nur im traditionellen Kunsthandwerk verankert ist. Den Arbeiten liegt das Handwerk zwar zwingend zugrunde, doch bewegen sie sich alle vielmehr im Bereich der Freien Kunst. Die Formsprache der 35 Künstler ist frei und zeigt, dass Keramik in Europa viel weiter ist, als man es mit dem Begriff unter Umständen assoziiert.

Der Westerwaldpreis spielt für die kulturelle Förderung und künstlerischen Austausch im Bereich Keramik innerhalb der europäischen Staaten eine wichtige Rolle. Der Wettbewerb wurde 2014 zum 13. Mal ausgeschrieben. Traditionell schließt der Wettbewerb alle fünf Jahre mit der Entscheidung für die Preisträgerinnen und Preisträger und einer umfassenden Ausstellung aller eingereichten Werke im Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen ab. Der Westerwaldpreis trägt seit 1999 den Zusatztitel „Keramik Europas“, der die unterschiedlichen Traditionen und Ansätze der Künstler sowie den überregionalen Anspruch vor Augen führt.

Die Teilübernahme der Ausstellung „13. Westerwaldpreis. Keramik Europas“ auf Schloss Gottorf knüpft an das an, was in den 1980er Jahren in der Keramiksammlung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte begonnen wurde und was mit früheren Ausstellungen fortgesetzt und weiter herausgestellt hat: die Entwicklung der Keramik hin zu freien Keramik und schließlich die Freie Kunst mit den Mitteln der Keramik.

Artikelaktionen