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100 Jahre Thaulow: Das erste Museum

1. Mai bis 26. Juni 2011, Reithalle

Vor rund 100 Jahren, am 14. Juni 1911, fand die feierliche Wiedereröffnung des um einen großen Anbau erweiterten Kieler Thaulow-Museums mit einer vollständig neu eingerichteten Präsentation zur schleswig-holsteinischen Kunst- und Kulturgeschichte statt. Der Anbau vergrößerte das von Heinrich Moldenschardt 1878 errichtete Museum um das Vierfache der Fläche. Erst den Direktoren Gustav Brandt (1901-1919) und Ernst Sauermann (1920-1939) und der baulichen Erweiterung verdankte das Thaulow-Museum einen Standard, der es auf Augenhöhe mit den übrigen deutschen Provinzialmuseen stellte. Eine Zeit begann, die weitere bedeutende Exponate, Meisterwerke vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, in die Sammlung führte und das Kieler Museum schließlich 1930 zum ersten Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum machte! Die Erinnerung an diese Leistung vor 100 Jahren bietet Anlass für einen Rückblick auf die noch vorhandenen Exponate, Dokumente und die zeitgenössischen Publikationen.

In einer zweiten Phase nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Institution als Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte an einem neuen Ort und unter so gänzlich verschiedenen örtlichen und baulichen Gegebenheiten vollständig neu erfinden müssen. 1947 hat man das Museum von Kiel in das ursprünglich als fürstliche Residenz genutzte und zuletzt als Kaserne aufgegebene Schloss Gottorf nach Schleswig verlegt. Der Museumsbau am Kieler Sophienblatt wurde in den 1960er Jahren abgerissen und musste einem Kaufhaus weichen. Das besondere Interesse, das heute an den weithin verschütteten Wurzeln besteht, ist – zwei Generationen weiter – evident. Aufgabe der Zukunft ist die Einleitung einer dritten Phase: die Erneuerung von Inhalten und Formen der Sammlungspräsentationen und –konzepte in den kommenden 15 Jahren vor dem Hintergrund der sich gegenwärtig rasant verändernden musealen Paradigmen.

Forschungen von Jan Drees, dem langjährigen Kustos des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, ermöglichen jetzt erstmals die komplette Rekonstruktion des musealen Rundgangs: Alte Negative und historische Fotoabzüge geben einen spektakulären Einblick in die Sammlungspräsentation des Museums von 1911 bis etwa 1939. Die Ausstellung in der Reithalle auf Schloss Gottorf zeigt vor großformatigen Ausschnitten der historischen Räumlichkeiten des untergegangenen  Kieler Museumsbaus eine Auswahl wichtiger Meisterwerke der Sammlung aus sieben Jahrhunderten und bietet eine Zeitreise in den ersten Rundgang durch die Kunst- und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins.    

 

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