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Begegnung mit dem Fremden. Frühe Orientbilder

21. März bis 30. Mai 2010

Wann empfinden wir das Fremde als Faszinosum, wann als Bedrohung? Welchen Einfluss hat die Konfrontation mit dem Anderen auf die eigene kulturelle Identität? Diesen Fragen hat sich die Arbeitsgemeinschaft selbständiger Kulturinstitute e. V. (AsKI) seit 2005 innerhalb eines fünfjährigen Programms zum Thema „Toleranz und Integration“ gestellt und versucht sie im Rahmen von mehreren Veranstaltungen – Vorträgen, einer Fachtagung und einer Ausstellung – zu beantworten. Unter Beteiligung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf ist die Ausstellung „Begegnung mit dem Fremden“ entstanden, die vom 21. März bis zum 30. Mai im historischen Hirschsaal von Schloss Gottorf gezeigt wird.
Am Beispiel von Literatur, Reiseutensilien und Kartenwerk wird deutlich, in welchem Umfang das europäische Geistesleben durch die Auseinandersetzung mit einer nah- und fernöstlichen Kultur vor mehr als 300 Jahren eine Bereicherung erfuhr. Faszinosum statt Bedrohung drücken die ausgestellten Werke von Johann Wolfgang Goethe, Novalis und Johann Joachim Winckelmann aus. Zu Ruhm und Ehre sind auch zwei in Schleswig-Holstein wirkende Reisende gekommen: Adam Olearius und Carsten Niebuhr. Während die holsteinische Gesandtschaft nach Russland und Persien (1633-1639) mit dem Gottorfer Hofgelehrten Adam Olearius den Übergang von der rein handelsorientierten Entdeckungsreise zur Forschungsreise bildete, war die im Dienst des dänischen Königs unternommene „Arabische Reise“ (1761-1767) mit Carsten Niebuhr die erste Expedition, die einen wissenschaftlich gesicherten Beitrag zur europäischen Orient-Forschung leisten sollte. Beide im Hirschsaal ausgestellten Reisebeschreibungen blieben bis ins 19. Jahrhundert die Standartwerke landeskundlicher Forschung.

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