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Friedel Anderson-Retrospektive

— abgelaufen

Mit einem der ganz Großen in der Reihe der „Norddeutschen Realisten“ endet das Ausstellungsjahr auf Gottorf: Vom 25. November bis 8. März 2015 zeigt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in der Reithalle Friedel Andersons Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren. Titel der Schau: „Licht Blick. Malerei und Graphik 2004 – 2014“. Anlass für diese Retrospektive ist sein 60. Geburtstag in diesem November – und sie ist bei weitem nicht die erste Begegnung zwischen Gottorf und Friedel Anderson.

Seitdem der aus Oberhausen gebürtige, in Itzehoe aufgewachsene und lebende Friedel Anderson 1994 den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft durch die Dr. Dietrich Schulz-Kunststiftung erhalten hat und mit einer Ausstellung zu seinem 40. Geburtstag auf Gottorf geehrt wurde, gehört dieser Maler zu den Künstlern, auf die das Landesmuseum besonders achtet. 2001 erhielt Anderson den Baumkunstpreis und malte das dem Museum gehörende Bild der Lindenallee im Barockgarten. 2004 folgte zum 50. Geburtstag die Ausstellung „Wirklichkeit im Gegenlicht“, die nach ihrer ersten Station im Kloster Cismar von 15.000 Besuchern im westfälischen Schloss Cappenberg gesehen wurde.

Große Gemälde von Friedel Anderson sind seit 1994 als Erwerbungen des Kulturrings der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, des Freundeskreises Schloss Gottorf und als Geschenke des Künstlers in die Sammlung des Museums gelangt. Als einer der führenden Maler der „Norddeutschen Realisten“ waren einige seiner Arbeiten Bestandteil der vielbeachteten Ausstellung „Realismus in Norddeutschland“ im Sommer 2013 auf Gottorf.

Friedel Anderson ist als Maler und Graphiker so produktiv, dass die besten der in den vergangenen zehn Jahren entstandenen Arbeiten in der Gottorfer Reithalle zu seinem 60. Geburtstag einen gültigen Überblick über jüngste Entwicklungen seiner Kunst geben. Diese leitet sich in ihrer fein austarierten Malkultur von Vorbildern der Freilichtmalerei im späten 19. Jahrhundert her. Der Maler beherrscht den raschen, spontanen Pinselstrich und die sorgfältige Lasur. Damit deutet er Bildthemen der Gegenwart, die ihn Marktszenen in Tansania so ästhetisch fassen lassen wie den Schiffsbau einer Kieler Werft, die schimmernde Wasseroberfläche in seinen Landschaften von Ostsee oder Flensburger Förde. Er stellt konzentrierte Stillleben festlicher Tafeln, von Bücherstapeln oder Kleiderschränken ebenso dar wie Städtemotive aus Venedig, Istanbul oder Lübeck.

Anderson ist auch als Graphiker hervorgetreten. Sein gesamtes graphisches Werk – Radierungen, Farbradierungen und Lithographien – hat der Künstler über die Jahre der graphischen Sammlung des Landesmuseums geschenkt, erst jüngst überließ er dem Museum 135 seiner Graphiken. Auch in der Retrospektive wird die Graphik eine Rolle spielen. Die Ausstellung wird die Reithalle füllen und – einschließlich der Graphiken – mehr als 250 Werke enthalten. Der Schwerpunkt der Arbeiten soll auf den seit 2004 entstandenen Gemälden liegen. Dazu zählen Arbeiten zu den Themen Häuserfassaden, Interieurs, Stillleben, welche in eigenen Buchpublikationen vorgestellt wurden, sowie „Die Elbe“ und Bilder, die auf Reisen in die Türkei und in Afrika entstanden sind – insgesamt sind es 110 Gemälde, die in der Reithalle zu sehen sind.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Deutschen Kunstverlag (160 Seiten), erhältlich für 24,80 Euro im Museum, mit Beiträgen von Kirsten Baumann, Thomas Gädeke, Klaus Fußmann und Benedikt Erenz.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 10 bis 16 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 17 Uhr.

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