Das 1177 in Lübeck gegründete Johanniskloster
sollte schon 1231 nach Cismar verlegt werden, nachdem schwere
Vorwürfe wegen der unsittlichen Lebensweise der Mönche
erhoben worden waren.
Aufgrund des zwanzigjährigen erbitterten
Widerstands der Mönche gegen diese Strafversetzung zog
sich der Umzug allerdings lange hin – erst 1245 wurde
mit dem Bau der großzügigen Klosteranlage in Cismar
begonnen. In mehreren Bauetappen entstanden bis etwa 1330
die Abteikirche, der Kreuzgang und die Wohn- und Gemeinschaftsbauten
der Mönche.
Nach der Reformation wurde die Abtei 1561 aufgehoben, und
ihre reichen Besitzungen wurden von den Herzögen
von Schleswig-Holstein-Gottorf übernommen, die sich
im Kloster Residenzräume einrichten ließen.
Im 18. Jahrhundert wurde die Klosteranlage tiefgreifend
umgebaut und seither
als Sitz der gottorfischen, später dänischen
und schließlich preußischen Amts- und Kreisverwaltung
genutzt.
Seit 1987 dient Kloster Cismar als kulturelles
Zentrum, und seit 1999 gehört die Anlage zur Stiftung
Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf.