Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge
ÖFFNUNGSZEITEN

Jüdisches Museum Rendsburg


Di–Sa 12 bis 17 Uhr
So 10 bis 17 Uhr

oder nach  Vereinbarung

Öffnungszeiten an den Feiertagen:
Heiligabend und 1. Weihnachtstag geschlossen
2. Weihnachtstag 12-17 Uhr geöffnet
Silvester und Neujahr geschlossen

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
04331 44043-0

info@jmrd.de

 

Spurensuche mit Flüchtlingen

„Meet Fred! Mut zur Versöhnung“ heißt ein Projekt, das im Juli 2017 im Jüdischen Museum Rendsburg startet. Dafür kooperiert das Museum mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung im Rahmen des Flüchtlingsprojekts „New Ways for Newcomers“. Geflüchtete aus Afghanistan, Syrien, Jemen sowie Iran, die zum größten Teil als „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ nach Deutschland gekommen sind, nehmen daran teil. Das Projekt hat zum Ziel, sie durch Wissensaufbau und sozio-kulturelle Sensibilisierung bei der gesellschaftlichen Integration zu unterstützen.

Die Geflüchteten begeben sich im Jüdischen Museum Rendsburg auf die Spuren des gläubigen Juden Fred Ring, der in Rendsburg in den 1930er Jahren aufwuchs, mit einem Kindertransport nach England fliehen konnte und nach dem Krieg in die USA auswanderte. Seine Eltern kamen in Auschwitz ums Leben. Nach der Gründung des Jüdischen Museums Rendsburg in den 1980er Jahren nahm er Kontakt zum Museum auf, besuchte seine alte Heimatstadt und schenkte dem Haus sehr persönliche Objekte für die pädagogische Arbeit mit nachfolgenden Generationen. Anhand der Biografie von Fred können die Geflüchteten zum einen etwas über die deutsch-jüdische Geschichte und die jüdische Kultur erfahren. Zum anderen ist Freds Bereitschaft zur Versöhnung und seine Rückkehr in das Land der Täter ein Beispiel dafür, dass Hass und Vorurteile überwunden werden können und ein  Aufeinanderzugehen möglich ist.

Das Jüdische Museum Rendsburg versteht sich als ein Ort, dessen Aufgabe es ist, einen Beitrag zur Bekämpfung von Antisemitismus und Diskriminierung zu leisten. Durch die Vermittlung von deutsch-jüdischer Geschichte und jüdischer Kultur sollen Bezüge zur Gegenwart hergestellt und ein Bewusstsein für Vielfalt und Gleichberechtigung geschaffen werden. Unter den Gästen des Museums befinden sich schon seit einiger Zeit Flüchtlingsgruppen, mit denen bislang sehr gute Erfahrungen gemacht wurden.

„New Ways for Newcomers“ ist ein Integrationsprojekt von Geflüchteten für Geflüchtete. Für die Teilnehmenden wird ein neunmonatiges Kursangebot geschaffen, in dem die Themenbereiche Menschenrechte, Demokratiebildung und deutsche Geschichte zentral sind. Übergeordnetes Ziel ist es, die gesellschaftliche Integration von Geflüchteten im Aufnahmeland durch Wissensaufbau und sozio-kulturelle Sensibilisierung zu unterstützen. Unterstützt und konzeptionell begleitet wird das Projekt vom Landesbeauftragten für politische Bildung, der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V. und weiteren Kooperationspartnern. Momentan nehmen 200 Geflüchtete aus Rendsburg, Preetz, Eckernförde und Kiel teil. Die meisten Teilnehmenden kommen aus Afghanistan, Syrien, Jemen sowie Iran und sind zum größten Teil als „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ nach Deutschland gekommen.

Artikelaktionen