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ÖFFNUNGSZEITEN

Jüdisches Museum Rendsburg

Di–Sa 12 bis 17 Uhr
So 10 bis 17 Uhr

oder nach  Vereinbarung

Zusätzlich am Montag, 1. Mai, und Pfingstmontag, 5. Juni, jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
+49(0)4331 44043-0

info@jmrd.de

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Erinnerungen an die "Exodus"-Affäre

— abgelaufen

Ihr Schicksal machte weltweit Schlagzeilen, aus den USA reisten Journalisten an, um über jene europäische Juden zu berichten, die gerade erst den Konzentrationslagern der Nazis entkommen waren und wenige Monate später sich erneut auf deutschem Boden eingesperrt fanden: die "Affäre Exodus", ein dunkles Kapitel britischer Millitärgeschichte, ist Thema einer Ausstellung im Jüdischen Museum Rendsburg vom 8. September 2017 bis 3. Juni 2018.

Mit der historischen Ausstellung „Exodus“ soll an den 70. Jahrestag einer weltpolitisch folgenreichen Affäre erinnert werden, die sich 1947 zum Teil in Schleswig-Holstein zugetragen hat: Nach dem Ende des 2. Weltkriegs versuchten zehntausende überlebende europäische Juden, nach Palästina auszuwandern, das seinerzeit allerdings noch britisches Mandatsgebiet war. Die Briten versuchten massiv, diese aus ihrer Sicht illegale Einwanderung zu unterbinden. Im Juli 1947 wurde das Auswandererschiff „Exodus 1947“ mit über 4.500 Flüchtlingen an Bord von der britischen Marine im Mittelmeer vor Haifa aufgebracht und geentert.

„Anschließend wurden die jüdischen Flüchtlinge von den Briten nach Hamburg deportiert; der Großteil wurde ab 8. September 1947 im Lager Pöppendorf bei Lübeck interniert.“

Die Internierung von tausenden jüdischen Flüchtlingen in einem mit Stacheldraht und Wachtürmen ausgestatteten Lager in Deutschland führte zu verheerenden Reaktionen auf der gesamten Welt. Sogar US-Präsident Truman schaltete sich ein; die Presse berichtete weltweit. Innerhalb des Lagers leisteten die jüdischen Internierten Widerstand gegen die britischen Wachen. Aufgrund internationalen Drucks wurden die in Pöppendorf Internierten schließlich im Oktober 1947 freigelassen; viele von ihnen schlugen sich anschließend erneut nach Palästina durch.

Die weltweite Empörung über das Schicksal der Exodus-Flüchtlinge trug 1947 entscheidend dazu bei, die internationale Meinung gegen ein weiteres britisches Mandat über Palästina zu wenden und damit die Gründung des Staates Israel voranzutreiben, die schließlich 1948 erfolgte.

Die Ausstellung soll zum einen Original-Fotomaterial ehemaliger Exodus-Passagiere vom Schiff und aus dem Lager Pöppendorf zeigen. Dieses Material liegt im Jüdischen Museum vor. Zum anderen sollen Wochenschauberichte sowie Fotos und Artikel der internationalen Presse (z.B. Time Magazine, New York Times) über Pöppendorf die internationale Brisanz der Affäre verdeutlichen. Insgesamt soll damit eine kurze, aber sehr folgenreiche Episode der jüdischen Geschichte in Schleswig-Holstein geschildert werden.

Ausstellung ab 8. September 2017.

Öffentliche Vernissage am 7. September, 19 Uhr.

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