Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge
ÖFFNUNGSZEITEN

Jüdisches Museum Rendsburg

Di–Sa 12 bis 17 Uhr
So 10 bis 17 Uhr

oder nach  Vereinbarung

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
+49(0)4331 44043-0

info@jmrd.de

Besuchen Sie auch unser Eisenkunstgussmuseum Büdelsdorf: Die Eintrittskarte des Jüdischen Museums Rendsburg berechtigt Sie zum Besuch des Eisenkunstgussmuseums in den nächsten 7 Tagen.

KulTour

Sonntags ist der Eintritt ins Jüdische Museum Rendsburg, ins Eisenkunstgussmuseum und in die Museen im Kulturzentrum frei - inklusive Gratis-Kaffee.

 

 

"Ludwig Meidner. Im Nacken das Sternemeer"

Ludwig Meidner: Mädchen im Samtkleid
 
Ludwig Meidner: Mädchen im Samtkleid

In seiner Sommerausstellung zeigt das Jüdische Museum Werke des expressionistischen Künstlers Ludwig Meidner (1884 –1966). Vom 6. Juli bis 21. Oktober 2018 sind in der Rendsburger Prinzessinstraße knapp 80 Werke aus der Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 5. Juli, um 19 Uhr unter anderem mit einer Einführung von Erik Riedel, Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main, und einem Grußwort von Kultusministerin Karin Prien.

Meidner wurde durch sein Verfolgungs- und Verfemungsschicksal unter dem nationalsozialistischen Regime – als Jude und zudem als sogenannter „entarteter“ Künstler – besonders nachhaltig um seine öffentliche Anerkennung gebracht. Erst in den 1980er Jahren wurde er als einer der wichtigen Vertreter des urbanen Expressionismus und eine der interessantesten Doppelbegabungen seiner Zeit wieder entdeckt

 

Als bildender Künstler ebenso wie als Schriftsteller und Dichter setzte Ludwig Meidner sich mit dem Krieg auseinander. 1916 bis 1918 diente er als Dolmetscher in einem Kriegsgefangenenlager und verarbeitete seine Erlebnisse in eindringlicher Weise – vor allem in Grafiken, die heute überraschend modern und karikaturesk wirken.

Unmittelbar nach dem Krieg veröffentlichte Ludwig Meidner zwei Bände mit expressionistischer Prosa. Die Lithographien, mit denen er diese Publikationen illustrierte – „Im Nacken das Sternemeer“ (1918) und „Septemberschrei“ (1920) – bilden einen der Schwerpunkte der Ausstellung. Sie zeigt darüber hinaus die fesselnden apokalyptischen Werke aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, Selbstbildnisse sowie Portraits von Künstlerfreunden aus der Weimarer Republik. Weitere Themen sind die religiösen Arbeiten und die eigenwilligen Werke aus der Zeit des englischen Exils.

Aus einer privaten Kunstsammlung, die in den 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Anfang nahm, wurde 2001 die Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch in Wolfsburg gegründet. Seit 2016 sind Schloss Gottorf und die Stiftung miteinander verbunden. Die beiden ersten Ausstellungen aus der Sammlung Bönsch, „Ouvertüre“ (2016/2017) und „Goya“ (2017), sind auf Schloss Gottorf gezeigt worden. Mit der Ausstellung zu Ludwig Meidner ist der Schauplatz nun erstmals das Jüdische Museum in Rendsburg – ein Haus, das auf eine lange Tradition von bedeutenden Kunstausstellungen zurückblicken kann. Fast 15 Jahre nach der ersten Meidner-Ausstellung – damals lag der Schwerpunkt auf den Ölgemälden - hat sich Museumsleiter Dr. Carsten Fleischhauer bewusst dafür entschieden, gerade diesem Künstler die große Jubiläumsausstellung zum 30jährigen Bestehen des Jüdischen Museums in Rendsburg zu widmen.

Inwieweit Kunstausstellungen zu einem Jüdischen Museum passen und welchen spezifischen Beitrag sie zum Verständnis jüdischer Kultur und Geschichte zu leisten vermögen – das ist immer wieder auch Gegenstand von Debatten. Ludwig Meidner ist einer der wenigen Künstler, bei dem derartige Fragen praktisch gegenstandslos sind. Man kann ihn mit großer Berechtigung als einen „jüdischen Künstler“ bezeichnen, ohne damit eine Fremdzuschreibung vorzunehmen oder sein Werk zu verkürzen. Vor dem Hintergrund widmet sich das Jüdische Museum mit seinem Begleitprogramm neben Führungen und Lesungen auch diesem Thema. Am 19. September laden Dr. Silke Ettling und Dr. Carsten Fleischhauer zum Streitgespräch ein: „Gibt es jüdische Kunst?“

Das ganze Begleitprogramm zum Download gibt es hier.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog (124 Seiten) zum Preis von 19,90 Euro.

 

Öffnungszeiten

Di – Sa 12 – 17 Uhr

So 10 – 17 Uhr (Sonntags freier Eintritt)

Für Schulklassen ist ein Besuch auch am Vormittag möglich.
Artikelaktionen