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ÖFFNUNGSZEITEN

Jüdisches Museum Rendsburg

Di–Sa 12 bis 17 Uhr
So 10 bis 17 Uhr

oder nach  Vereinbarung

Zusätzlich am Montag, 1. Mai, und Pfingstmontag, 5. Juni, jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
+49(0)4331 44043-0

info@jmrd.de

Besuchen Sie auch unser neues Eisenkunstgussmuseum Büdelsdorf: Die Eintrittskarte des Jüdischen Museums Rendsburg berechtigt Sie zum Besuch des Eisenkunstgussmuseums in den nächsten 7 Tagen.

KulTour

NEU ab 30. Oktober 2016: Sonntags ist der Eintritt ins Jüdische Museum Rendsburg, ins Eisenkunstgussmuseum und in die Museen im Kulturzentrum frei - inklusive Gratis-Kaffee.

 

 

Ein Hauch von Hollywood

17. Juni - 14. Oktober 2012

Nach Fotografien von Liz Taylor und einer Ausstellung mit Fotos von Grace Kelly stellt das Jüdische Museum Rendsburg erneut eine Hollywood-Größe in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Es geht in mehr als 60 Werken berühmter Fotografen um den großen Regisseur Billy Wilder.
Vor genau zehn Jahren verstarb im hohen Alter von 96 Jahren der große Regisseur und Drehbuchautor Billy Wilder. Ihm widmet das Jüdische Museum Rendsburg mit mehr als 60 Fotografien bekannter Künstler seine große Sommerausstellung.  Darüber hinaus flankieren das Kommunale Kino Rendsburg und das Schleswig-Holsteinische Landestheater die Ausstellung mit einem Rahmenprogramm. Alle Infos dazu: Manche mögen's Wilder

Mehr als 20 Mal wurde der amerikanische Filmemacher mit österreichischen Wurzeln für den Oscar nominiert, sechsmal hielt er am Ende des Abends die begehrte Trophäe in seinen Händen. Wilder wurde berühmt mit Filmen wie „Some Like it Hot“, „Sabrina“ oder auch „Apartment“, er verhalf Schauspiellegenden wie Jack Lemon, Marilyn Monroe oder auch Audrey Hepurn mit seiner Arbeit zu Weltruhm.
Mit mehr als 70 Werken berühmter Foto-Künstler wie Gjon Mili, Terry o'Neill oder Gerhard Heller wird das Schaffen, aber auch das Privatleben des großen aus Wien stammenden Regisseurs Billy Wilder sinnlich vor Augen geführt, der vor zehn Jahren im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Zur Eröffnung der Rendsburger Ausstellung wird am 17. Juni um 12 Uhr der großartige Cineast und Wilder-Kenner Prof. Hellmuth Karasek sprechen. Der Literatur- und Theaterkritiker Karasek ist Autor des bis heute wohl wichtigsten deutschsprachigen Buchs über Billy Wilder.
Wilder gehörte wie viele andere Juden zu den von den Nazis vertriebenen Schauspielern und Regisseuren, die ab den vierziger Jahren aus Hollywood erst das gemacht haben, was wir bis heute kennen: die erfolgreichste Traumfabrik der Welt. Unter dem enormen Druck der antikommunistischen und antiliberalen Hysterie der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie einiger Gefängnisstrafen kapitulierten die meisten Filmschaffenden und passten sich an die frömmelnden und engstirnigen Moralvorstellungen an – Billy Wilder gehörte zu den ganz wenigen, die sich dem verweigerten. Bei allen Ähnlichkeiten mit anderen Vertretern der großen zweiten Einwanderungswelle zeigte sich Wilder als eigener Kopf und wenig anpassungswilliger Charakter. So lag denn auch seine künstlerische Heimat irgendwo zwischen Europa und Amerika: Er liebte den unterhaltsamen Witz, der aber immer hintersinnig bleibt und die Schwächen der Menschen offenlegt. Europäer war er vor allem in der Vermeidung des amerikanischen Pathos. Damit hat sich Wilder in seiner bekannt souveränen Art schon weit von der patriotischen Assimilation der in den USA erfolgreichen Filmschaffenden entfernt. 
Wilders Filmkunst bewegt sich zwischen Unterhaltung und Anspruch und deckt das gesamte Spektrum ab. Immer blieb er ein Geschichtenerzähler, der mit Brechungen arbeitete: Nie kann man daher bei seinen Filmen von reinen Komödien oder Tragödien sprechen, »Some Like It Hot« beispielsweise beginnt mit einem Massaker. Genauso erfolgreich wie mit seinen Komödien war Wilder auch mit »Double Indemnity« (1944), in dem sich ein Liebespaar zum gemeinschaftlichen Mord am Ehemann der Frau verabredet, um gemeinsam die Versicherungssumme zu kassieren. Auch der Trinkerfilm »The Lost Weekend« (1945) erweiterte das inhaltliche Schaffensspektrum Wilders erheblich.  
Dabei blieb die oberste Maxime die Unterhaltung. Wilder waren der Witz und die sichere Pointe so todernst, dass er sich gezwungen sah, pedantisch allein über das Werk zu bestimmen – von ihm kommt der Ausspruch »Ich habe zehn Gebote. Die ersten neun heißen: Du sollst nicht langweilen! Das zehnte lautet: Du sollst das Recht auf den Endschnitt haben!« (Zit. n. H. Karasek) Von Gefälligkeit aber keine Spur – ständig durchstieß Wilder die damals sehr enge amerikanische Moralvorstellung. Er drehte einen Film über einen Offizier, der sich in eine vermeintlich Minderjährige verliebt, erzählte die Geschichte eines Alkoholsüchtigen, ließ gestandene Männer in Frauenkleider schlüpfen, machte ein Musical über eine Prostituierte.
So stehen die Antihelden mit ihren menschlichen Schwächen im Mittelpunkt. Fast könnte man das Menschenbild Wilders mit dem letzten Satz aus »Some Like It Hot« übertiteln: Der als Frau verkleidete Jerry bekommt einen Heiratsantrag von Osgood Fielding III; als Jerry deutlich macht, dass sie nicht heiraten könnten, weil er in Wahrheit gar keine Frau sei, sagt Osgood nur: »Nobody is perfect«.  Heute ziert dieser Satz den Grabstein Wilders.

 "1,2,3...Billy Wilder" - Fotografien
Das Projekt ist eine Ausstellung von Reichelt & Brockmann Mannheim.
Jüdisches Museum Rendsburg, 17. Juni-14. Oktober.
Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Sonntag 12-17 Uhr. Gruppenbesuche sind nach telefonischer Vereinbarung möglich:
04331-25262 Jüdisches Museum Rendsburg,
Prinzessinstraße 7-8, 24768 Rendsburg

Sonntagsführungen zur Sonderausstellung Billy Wilder mit Museumsleiter Dr. Christian Walda:
1. und 29. Juli, 2. September sowie am letzten Tag der Ausstellung am 14. Oktober. Die Führungen beginnen jeweils um 12 Uhr, Voranmeldungen sind nicht notwendig.

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