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ÖFFNUNGSZEITEN

Jüdisches Museum Rendsburg

Di–Sa 12 bis 17 Uhr
So 10 bis 17 Uhr

oder nach  Vereinbarung

Zusätzlich am Montag, 1. Mai, und Pfingstmontag, 5. Juni, jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
+49(0)4331 44043-0

info@jmrd.de

Besuchen Sie auch unser neues Eisenkunstgussmuseum Büdelsdorf: Die Eintrittskarte des Jüdischen Museums Rendsburg berechtigt Sie zum Besuch des Eisenkunstgussmuseums in den nächsten 7 Tagen.

KulTour

NEU ab 30. Oktober 2016: Sonntags ist der Eintritt ins Jüdische Museum Rendsburg, ins Eisenkunstgussmuseum und in die Museen im Kulturzentrum frei - inklusive Gratis-Kaffee.

 

 

Grace Kelly. Fotografien

20. Juli bis 28. September 2008

Mit dem Kinoerfolg „Zwölf Uhr mittags“ gelang Grace Kelly 1952 der internationale Durchbruch als Schauspielerin. Fortan stand die gebürtige Amerikanerin im permanenten Rampenlicht der Medien. Die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkte sich noch, als sie 1955 den Oscar als beste Hauptdarstellerin in dem Film „Ein Mädchen vom Lande“ erhielt. 

Alle öffentlichen Auftritte wurden von nun an in Zeitschriften, im Fernsehen, im Radio und durch Fotoreportagen dokumentiert und kommentiert. Der Fürstin gehörten die Schlagzeilen – über ihren Tod hinaus. Am 14. September 1982 befand sich Gracia Patricia mit ihrem Auto auf dem Rückweg von Roc Angel nach Monaco. Ihre jüngste Tochter Stéphanie saß mit im Wagen, als ihr Rover 3500 auf der kurvenreichen Straße ausbrach und 40 Meter in die Tiefe stürzte. Während die Prinzessin überlebte, starb ihre Mutter noch am selben Tag in dem Krankenhaus, das ihren Namen trägt. Der Tod der Fürstin wurde von den Medien genauso intensiv begleitet wie ihre Glamourauftritte, ihre Rendezvous und ihr Kennenlernen des späteren Ehemannes, Fürst Rainiers III. von Monaco.

Grace Kelly galt Zeit ihres Lebens als elegante, aber kühle Schönheit (Abb. 5). Allerdings weiß man heute, dass diese bis zur Unnahbarkeit gehende Kühle eine von der irischen Familienherkunft geprägte Fassade der Disziplin war und Kelly von vielen Freunden und Geliebten als stark leidenschaftlich empfunden wurde.

Diese beiden Seiten ihrer Persönlichkeit spiegeln sich gleichfalls in zwei gegensätzlichen Lebensentwürfen wider: in der Suche nach dem freien Leben einer erfolgreichen Schauspielerin und in dem strengen Reglement des fürstlichen Protokolls, dem sie sich später unterwarf und für das sie ihren geliebten Beruf aufgeben musste.

Kellys Stärke ist ihre hohe Disziplin gewesen. In ihrem Elternhaus – die Mutter war die deutschstämmige Sportlehrerin Margaret Mayer und ihr Vater ein Baumillionär irischer Herkunft – galt der Grundsatz, dass man alles erreichen könne, wenn man nur hart genug dafür arbeitete. Diese Kellysche Zielgerichtetheit und autoritär erzogene Selbstdisziplin erschufen in ihr den unbedingten Willen zum Erfolg in ihren beiden beruflichen Feldern.

Sie zeigten aber auch Grace Grenzen auf, vor allem, was die Partnerwahl anging: Zweimal brachte Grace einen Mann mit nach Hause, um ihn den Eltern vorzustellen, zweimal wurden die jüdischen Anwärter von der Familie abgewehrt; Don Richardson wurde sogar mit antijüdischen Witzen gedemütigt und vertrieben.

Kelly war in ihrer sportlichen und wettbewerbsorientierten Familie die schöngeistige Ausnahmeerscheinung. Sie war schüchtern und in sich gekehrt. Trotzdem wollte sie ihr ganzes Leben hindurch ihrem Vater beweisen, dass sie mindestens ebensoviel erreichen könne wie ihre Geschwister. Das Gebiet allerdings, auf dem sie es versuchte, verachtete ihr Vater. Selbst als sie den Oscar nach nur wenigen Jahren in ihrem Beruf erhielt, konnte sie seinen Respekt nicht erlangen.

Die beiden Facetten von Kelly wurden in der Öffentlichkeit gleichwohl gesehen, denn wenn sie auch als Ikone der strengen Eleganz galt, erkannten viele gleichzeitig die fröhliche, freundliche und lebenslustige Zeitgenossin. Die Arbeit mit ihr wurde von allen Schauspielkollegen und Regisseuren als angenehm beschrieben, Kelly galt als ebenso diszipliniert und konzentriert wie kreativ und experimentierfreudig.

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