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ÖFFNUNGSZEITEN

Jüdisches Museum Rendsburg

Di–So 12–17 Uhr

oder nach  Vereinbarung

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
+49(0)4331 - 25262
info@jmrd.de

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Fotoausstellung: Talmud-Tora-Schule in Hamburg

3. November 2013 bis 2. Februar 2014

Den Startschuss der traditionellen Novembertage setzte die Foto-Ausstellung von Gisela Floto "Die Talmud-Tora-Schule am Grindelhof in Hamburg zwischen gestern und heute", die noch bis 2. Februar 2014 im Jüdischen Museum Rendsburg zu sehen ist. In dem von den Sparkassen in Schleswig-Holstein geförderten Projekt geht es um zerstörtes und wieder erstandenes jüdisches Leben in Deutschland. Seit fünf Jahren gibt es in der Joseph-Carlebach-SchuleFoto: Gisela Floto am Hamburger Grindel wieder einen Schulbetrieb. Hier fand sich vorher die Talmud Tora Schule, die die jüdische Gemeinde Hamburg von 1805 bis 1942 betrieb, seit 1911 im heute noch erhaltenen Gebäude direkt neben der Synagoge am Bornplatz, die fünf Jahre zuvor eingeweiht worden war. Zeitweise wurden bis zur Hälfte aller jüdischen Jungen in Hamburg hier unterrichtet. Im Mittelpunkt stand der religiöse Unterricht, die allgemeinbildenden Fächer wurden aber nach und nach erweitert. Während der reichsweiten Pogrome 1939 – die benachbarte Synagoge wurde geschändet und musste 1940 abgerissen werden – wurden alle Lehrer verhaftet. Das Gebäude musste 1939 geräumt werden. Nur drei Lehrer und 76 Schüler überlebten die Shoah –Foto: Gisela Floto 33 Lehrer hatten 1937 noch über 800 Schüler unterrichtet!

Mit diesen Überlebenden hat Gisela Floto Kontakt aufgenommen und unzählige Antworten erhalten. Dieser Briefwechsel stellt die Grundlage der künstlerischen Beschäftigung mit der Talmud Tora Schule dar. Namensgeber der heutigen Schule ist Joseph Carlebach, der 1921 Rektor der Talmud Tora Schule und 1926 Oberrabbiner von Altona wurde, der preußischen Großstadt, die auch für die Rendsburger Gemeinde Bezugspunkt war.
Die Ausstellung ist einer langen Beschäftigung der Fotokünstlerin Gisela Floto geschuldet, die Kontakt mit ehemaligen Schülern der Talmud Tora Schule aufgenommen hat. Die Idee der Ausstellung war es, »die Geister in den Räumen der Schule zu beschwören«, sagt Gisela Floto (Foto re.). FlotoPorträtDie Künstlerin erläutert ihren Zugang: „Für mich hat die Talmud Tora Schule etwas Stilles – ein stilles Geheimnis. Seit Jahren gehe ich über den angrenzenden Carlebach-Platz – auf dem die frühere Synagoge stand, und ich wunderte mich immer wieder, dass hinter den Fenstern kein Leben zu sehen war. Über dem Eingang der Schule steht »1911 - 1939 Talmud - Tora – Realschule«. In meiner Fantasie sah ich helle Mädchen durch die Räume laufen – jetzt weiß ich, dass 1934 die ersten Abiturientinnen dort ihr Examen bestanden. Das Haus ist von der Stadt Hamburg 2004 an die jüdische Gemeinde in Hamburg zurückgegeben worden. Und am 30. März 2005 gab es das 200jährige Jubiläum, zu dem auch frühere Schüler eingeladen waren. Ich hatte die Möglichkeit, zum Weihnachtsbrief der Hamburger Senatskanzlei an frühere jüdische Mitbürger in der ganzen Welt einen Brief beizulegen, um kurz von meiner Idee zu erzählen und um Dokumente aus der Schulzeit zu bitten. Tief berührt hat mich die Reaktion von früheren Schülern, die mir sehr persönliche Fotos und Zeugnisse zur Verfügung gestellt haben. Diese so aufrichtige und positive Reaktion hat mich noch einmal in meinem Vorhaben bestärkt, diese Geister in den Räumen dieser Schule auch anderen Menschen hier in Hamburg zu zeigen – besonders mit den Dokumenten aus der Zeit vor 1940. Seit 2003 arbeite ich an dieser Idee, die Geister in den Räumen der Talmud-Tora-Schule zu beschwören. Junge Mädchen in weißen Kleidern sind mit mir über die Treppen und durch die Räume gelaufen. Es ist ein Appell an die Vergangenheit, an die Fantasie und an das Bewusstsein, sich in einer besonderen Schule zu bewegen. Meine entstandenen Fotoarbeiten sind schwarzweiß und in Farbe. Die Unschärfen sind gewollt, auch durch die unterschiedlichen Stimmungen der Mädchen zwischen Stille und tanzender Fröhlichkeit. Mit den Kindern der Joseph-Carlebach-Schule sind wir 2013 in der Gegenwart und Zukunft der ehemaligen Talmud-Tora-Schule angekommen. Und die Gegenwart schließt mit Aufnahmen in der Joseph-Carlebach-Schule 2013.“

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und das Hamburger Institut für die Geschichte der deutschen Juden.

Die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein ist darüber hinaus Herausgeber der Ausstellungs-Publikation  - zum Preis von 8 € im Jüdischen Museum wie auch im Museumsshop auf der Gottorfer Schlossinsel in Schleswig zu erwerben und zu bestellen. Der Reinerlös aus der Verkauf des Katalogs kommt vollständig dem Jüdischen Museum Rendsburg zu Gute.

Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7-8 in 24768 Rendsburg
Gisela Floto – Die Talmud Tora Schule am Grindelhof in Hamburg
zwischen gestern und heute!

3. November – 2. Februar 2014
Di.-So. 12-17 Uhr und nach vorheriger Vereinbarung.

Mehr Informationen unter 04331 25262

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