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ÖFFNUNGSZEITEN

Jüdisches Museum Rendsburg

Di–Sa 12 bis 17 Uhr
So 10 bis 17 Uhr

oder nach  Vereinbarung

Zusätzlich am Montag, 1. Mai, und Pfingstmontag, 5. Juni, jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
+49(0)4331 44043-0

info@jmrd.de

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KulTour

NEU ab 30. Oktober 2016: Sonntags ist der Eintritt ins Jüdische Museum Rendsburg, ins Eisenkunstgussmuseum und in die Museen im Kulturzentrum frei - inklusive Gratis-Kaffee.

 

 

„Ertragen können wir sie nicht"

Im Rahmen des Reformationsjübiläums 500 Jahre nach dem Thesenanschlag von Wittenberg thematisiert eine im Referat für Christlich-Jüdischen Dialog der Ev.-Luth. Nordkirche konzipierte Wanderausstellung Luthers Judenfeindschaft. Zu sehen sind die insgesamt 17 Informationstafel ab 2. Juli im Jüdischen Museum Rendsburg.

In Vorbereitung auf den 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Wittenberg im Oktober 2017 hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die „Reformationsdekade“ ausgerufen, ein Jahrzehnt der Beschäftigung mit Themen der Reformation. Auf ihrer Website heißt es: „Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. ... Diese Tat löste eine weltweite Bewegung aus, welche die Menschen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und Amerika nachhaltig beeinflusste und weltweit Spuren hinterließ.“

Martin Luther war jedoch nicht nur ein genialer theologischer Denker, Liederdichter und mutiger Reformator der Kirche, sondern auch ein vehement antijüdischer Kirchenmann. Zwar wechselte die Tonlage seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum im Laufe seines Lebens, doch Luthers Grundhaltung blieb Zeit seines Lebens dieselbe: Er hielt den jüdischen Glauben für verblendet und die Juden - nach dem Teufel - für die größten Feinde des Christentums.

In seiner übelsten antijüdischen Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ ruft der Reformator sogar ausdrücklich dazu auf, Synagogen und Häuser der Juden zu zerstören, ihre Gebet- und Talmudbücher zu verbrennen, die Juden zu entrechten und als letzte Möglichkeit, sie zu vertreiben.
Wie kann Luthers Judenfeindschaft verstanden werden? Was ist ihr Kontext? Kann man sie als Entgleisung bewerten, war sie schlicht zeitbedingt oder weist sie auch auf Grundprobleme der reformatorischen Theologie hin? Zur Feier der Reformation gehört jedenfalls unverzichtbar eine offene Auseinandersetzung mit Luthers Judenfeindschaft.
Hierzu will die Ausstellung „’Ertragen können wir sie nicht’ - Martin Luther und die Juden“ anregen, die im Referat für Christlich-Jüdischen Dialog der Ev.-Luth. Nordkirche konzipiert wurde.

Auf 17 Tafeln informiert sie über Grunddaten der Biographie Martin Luthers, gibt einen Überblick über Luthers Äußerungen zu „den Juden“ und ordnet sein Verhältnis zum Judentum in die Theologiegeschichte ein und. Ausführlich stellt sie Geschichte und Status des Judentums in Deutschland bis in die Reformationszeit dar.

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