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Erfolgreiche Spurensuche im Gräberfeld: Besucher begeistert von Haithabu-Ausgrabung

Das Grabungszelt mit Blick auf die Ausgrabung.
 
Das Grabungszelt mit Blick auf die Ausgrabung.

Das Wikinger-Leben unter freiem Himmel – das Motto der aktuellen Museumssaison im Freigelände von Haithabu bildete in den vergangenen sechs Monaten die Aktivitäten rund um die Wikinger Häuser perfekt ab. Zum einen ist da zu nennen das großangelegte Veranstaltungs- und Vermittlungsangebot von Museumsleiterin Ute Drews, denn noch nie gab es seit Eröffnung der Wikinger Häuser Haithabu im Jahr 2005 so viele Aktionen und Programme für die Besucher zu erleben. Zum anderen hat das spektakuläre Gemeinschaftsprojekt des Archäologischen Landesmuseums mit dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein und dem ZBSA (Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie) – eine großangelegte Ausgrabung in Haithabu, die vom ersten Tag an für die Besucher erlebbar gemacht wurde – alle Erwartungen mehr als erfüllt.

Die Wiederaufnahme der letzten Ausgrabung im historischen Gelände der ehemaligen Wikingermetropole, die mit Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 Hals über Kopf beendet werden musste, bezeichneten gestern Schleswig-Holsteins Landessarchäologe Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Grabungsleiter Dr. Sven Kalmring und der Wissenschafts-Staatssekretär der Landesregierung, Dr. Oliver Grundei, als großen Erfolg. Als Beleg einer überaus positiven Bilanz präsentierte Sven Kalmring im Rahmen der Abschlusspressekonferenz im Grabungszelt von Haithabu zehn Highlightfunde, die ausschließlich in den vergangenen drei Monaten durch ihn und sein zum Teil international aufgestelltes Grabungsteam geborgen wurden.

Zu allererst zu nennen ist dabei die stattliche Kugelkopfnadel aus Silber mit bis heute sichtbaren Vergoldungen. Für Prof. von Carnap-Bornheim ein absoluter Sensationsfund. Denn ein solches Schmuckstück eines überaus wohlhabenden Wikingers ist nie zuvor in Haithabu gefunden worden. „Diese Kugelkopfnadeln kennen wir aus dem dänischen Jelling, vom Königshof Harald Blauzahns. Das ist natürlich für die Wissenschaft unglaublich spannend“, schwärmt Grabungsleiter Kalmring. Gefunden wurden unter anderem auch ein Riemenverteiler aus Bronze, eine weitere goldene Scheibenfibel und ein eventuell aus dem schwedischen Birka stammender Rest eines Schmuckbesatzes aus feinstem Golddraht.

Hinzu kommen unzählige weitere wichtige Funde, die Erkenntnisse darüber ermöglichen, wie die Menschen im späten Haithabu vor mehr als 1000 Jahren gelebt haben. „Wir wissen nicht, ob dies für alle Bewohner der Stadt galt. Aber mit Gewissheit können wir sagen, dass die Menschen, die in diesem Gräberfeld bestattet wurden, außergewöhnlich wohlhabend gewesen sind. Denn wir haben hier viel mehr Gold gefunden als es zu erwarten war“, so Grabungsleiter Kalmring, dessen Aufgabe neben der Ausgrabung in den vergangenen sechs Monaten auch die Vermittlung seiner Arbeit gegenüber den vielen tausend Besuchern war. „Es hat uns allen viel Spaß gemacht. Führungen gab es bei uns wie selbstverständlich nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Dänisch. Fragen haben wir den ganzen Tag über immer aber auch auf Englisch, Französisch oder bei Bedarf auch auf Russisch beantworten können. Derart international war unser Helferteam aus Studenten besetzt.“

Der Vertreter der Landesregierung, Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Grundei, zeigte sich Dienstagnachmittag bei seinem Besuch am Ort stark beeindruckt von den Ergebnissen. „Diese Grabung hat die Bedeutung Haithabus als historische Stätte im Norden noch einmal untermauert. Für mich ist nicht nur deshalb klar: die mittelalterliche Wikingermetropole Haithabu und das Danewerk gehören auf die UNESCO-Welterbe-Liste. Deshalb unterstützt auch das Land Schleswig-Holstein den erneuten Anlauf auf Ernennung“, erklärte Oliver Grundei zur großen Freude von Claus von Carnap-Bornheim, dem Leiter des Archäologischen Landesamts und Initiator des langjährigen UNESCO-Projektes.

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