Kurs Haithabu - Ein überragendes Erlebnis
Was für ein tolles Wochenende für die Region an der Schlei und die Wikinger-Freunde im Norden: Tausende Besucher und die mehr als 20 Rahsegler mit ihren Bootsmannschaften machten "Kurs Haithabu 2012" zu einem Riesenerfolg. Das ganze Wochenende über herrschte zwischen dem Schleswiger Stadthafen und den Wikinger Häusern in Haithabu ein dichtes Gedränge. Die "Gottorfer" Fotografin Claudia Dannenberg hat die tolle Stimmung mit ihrer Kamera eingefangen.
Neben den über 20 Schiffen aus dem gesamten Ostseeraum, die sich zum bislang größten Treffen dieser Art in Europa versammelten, konnten die Freunde der Nordmänner von Freitag bis Sonntag rund um das Wikinger Museum Haithabu Wikingermärkte besuchen, ein Theaterstück verfolgen oder wikingerzeitlichen Kunsthandwerkern bei der Arbeit zu sehen. Immer wieder gab es auch Besucher zu bestaunen, die mittelalterlich gekleidet gekommen waren - nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem benachbarten Ausland.
Den offiziellen Startschuss gab am Sonnabendmorgen der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein. Für ihn war es der erste offizielle Besuch in der Wikingermetropole Haithabu. Thorsten Albig bezeichnete bei der Eröffnung des Treffens Haithabu als "kulturelle Top-Adresse in Norddeutschland". Das Wikinger-Erbe verbinde Schleswig-Holstein mit Nordeuropa, betonte Albig. Die Wikinger seien ein "gemeinsames, grenzüberschreitendes kulturelles Erbe". In die Geheimnisse Haithabus eingeweiht wurde Thorsten Albig von Museumsleiterin Ute Drews, von Busdorfs Bürgermeister Ralf Feddersen und vom Leitenden Direktor der Stiftung Schloss Gottorf, Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim.
Der war am Ende des dreitägigen Spektakels nicht nur begeistert von der tollen Stimmung entlang des Haddebyer Noors, sondern auch vom organisatorischen Ablauf der Großveranstaltung. "Was Frau Drews, Ralf Feddersen, Frau Lüneburg und die vielen Helfer hier für die ganze Region abgeliefert haben war absolute Spitzenklasse. Eine tolle Veranstaltung - für die Kommune aber auch für unser Wikinger Museum Haithabu", lobte von Carnap-Bornheim. Der führende Archäologe des Landes und erste Mann auf Schloss Gottorf lebt wie kein zweiter Museumsmann im Norden den von Thorsten Albig zitierten grenzüberschreitenden Gedanken. Und dies ganz zur Freude von Carnaps Kollegen Anton Englert, Forscher am Wikingerschiffsmuseum in Roskilde.
Mit Hilfe von Sponsoren war es von Carnap-Bornheim und Ute Drews gelungen, für "Kurs Haithabu" Englerts größten Schatz in Richtung Schlei zu lotsen: die "Havhingsten". Das Schiff war das erste Mal in Deutschland zu Gast. 1962 wurde das Original bei Skuldelev ausgegraben. Von 2000 bis 2004 wurde der Nachbau gefertigt und anschließend zwei Jahre lang im Skagerrak und Kattegat erprobt. Ein "fachliches Milieu aus Akademikern und Handwerkern" sei dafür nötig gewesen, erzählte Anton Englert im Rahmen seiner Vorträge am Wochenende im Wikinger Museum. Seine Forscher wandten originale Methoden an: So wurde das Holz einst gespalten, nicht gesägt. 2007/08 fuhr das Schiff nach Dublin - dorthin, wo das Original im 11. Jahrhundert gebaut worden war. Nach Haithabu war es gekommen, "weil dies ein wichtiger Stützpunkt und Handelsort gewesen sei", sagte Englert. Auch kriegerisch sei hier etwas losgewesen: "Langschiffe jagten sich hier in innerdänischen Kämpfen." Besucher konnten das zwei Tage lang vor Haddeby liegende Eichenholz-Schiff bestaunen, es gab Führungen und Aktivitäten für große und kleine Besucher.
