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Schleswig und die Beziehung zu Haithabu - Kontinuität und Wandel

Die Übergangsphase von der Wikingerzeit hin zum Hochmittelalter im 11. und beginnenden 12. Jahrhundert spiegelt sich im Material dieser Zeit deutlich wieder. Es finden sich sowohl Belege für Traditionen, die den Standortwechsel von Haithabu an das nördliche Schleiufer überdauerten, als auch für Veränderungen.

Zu den Objekte, die an beiden Fundorten vorkommen, zählen im spätwikingerzeitlichen Urnesstil gestaltete oder verzierte Funde wie zwei Fibeln, eine verzierte Knochennadel oder ein hölzerner Tierkopf. Bestandteile von Pferdetrensen stellen eine weitere Parallele im Fundmaterial dar. Die Keramik aus Haithabu und Schleswig weißt im 11. Jahrhundert zudem im Waren- und Formenspektrum einen breiten Überschneidungsbereich auf, der sowohl für die einheimische als auch importierte Ware gleichermaßen vorhanden ist.

Ein auffälliger Unterschied ist bei Glasfunde festzustellen. So sind Glasperlen, die in der Spätphase Haithabus noch sehr zahlreich auftreten, in Schleswig kaum noch vorhanden. Stattdessen finden sich hier vermehrt Glasfingerringe und Ringperlen. Zudem scheinen die Schleswiger Glasobjekte, anders als jene aus Haithabu, nicht vor Ort hergestellt worden zu sein, da bislang Belege für deren Produktionen aus dem Stadtgebiet fehlen.

 

Fragmente von Trensen aus Haithabu und Schleswig

Charakteristischer Bestandteil von Pferdezaumzeug des 11. Jahrhunderts sind diese Riemenschlaufen. Die Funde stammen überwiegend aus Haithabu, das Fragment unten rechts wurde in Schleswig geborgen.

 

 

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