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Eine ergebnisreiche Ausgrabung in der Schleswiger Altstadt

Das umfangreiche Fundmaterial von einer Ausgrabung auf dem Grundstück Hafengang 11 im Jahr 2007 bildet von Schleswiger Seite aus die Basis für die Auseinandersetzung mit der Frage nach Kontinuität und Wandel am Übergang von Wikingerzeit zu Mittelalter.

von Michaela Schimmer

Östlich der bereits in den 70er und 80er Jahren ergrabenen Areale „Plessenstraße 83/3“ und „Hafenstraße 13“ des ehemaligen Uferbereichs der Schleswiger Altstadt liegt das Grundstück „Hafenstraße 11“.  Im Vorfeld eines geplanten Bauvorhabens fand hier auf einer ca. 200m2 großen Fläche in der ersten Jahreshälfte 2007 eine Rettungsgrabung des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holsteins statt.

Bedingt durch den vorherrschenden Feuchtboden konnten in den beiden angelegten Schnitten mehrere hölzerne Baubefunde aus der Zeit zwischen 1089 und 1100 dokumentierte und zahlreiche Funde des 11./12. Jahrhunderts – der Frühphase Schleswigs - geborgen werden. Das Fundspektrum umfasst neben Keramik und Steinmaterial aufgrund der guten Erhaltungsbedingungen auch organische Objekte aus Leder, Textil, Knochen, Geweih und Horn. Zudem haben sich Funde aus unterschiedlichen Metallen erhalten, darunter Eisen, Messing, Bronze, Blei und Zinn.

Das vielfältige und nicht zuletzt durch den konsequenten Einsatzes von Metalldetektoren umfangreiche Fundmaterial gewährt Einblicke in unterschiedliche Aspekte des frühen Schleswigs. Die Übergangsphase von der Wikingerzeit hin zum Hochmittelalter wird ebenso fassbar wie der (Fern-) Handel und die lokale Produktion verschiedener Gewerke.

Plan der Ausgrabung Hafengang 11

Die Übersicht über die Grabung zeigt die aufgedeckten Holzbefunde. Es konnten unter anderem drei Spundwände und ein auf dem Damm errichtetes Gebäude erfasst werden.

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