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Öffnungszeiten
Di - Sa 12- 17 Uhr
So 10 bis 17 Uhr

Eisenkunstguss Museum:
Ahlmannallee 5
24782 Büdelsdorf
Telefon: 04331-43370-22

Museumsleitung:
Ulrike Ernemann M.A.
E-Mail Adresse: ulrike.ernemann@schloss-gottorf.de

Buchungen und Führungsanfragen:
04621 - 813-333 (Schloss Gottorf)
service@schloss-gottorf.de

Besuchen Sie auch unser Jüdisches Museum Rendsburg: Die Eintrittskarte des Eisenkunstgussmuseums Büdelsdorf berechtigt Sie zum Besuch des Jüdischen Museums innerhalb der nächsten 7 Tage.

KulTour


NEU ab 30. Oktober 2016: Sonntags ist der Eintritt ins Jüdische Museum Rendsburg, ins Eisenkunstgussmuseum und in die Museen im Kulturzentrum frei - inklusive Gratis-Kaffee.

 

 
 

Das Eisen ist nicht länger stumm!

Eisenkunstguss wird allgemein als altmodisch und spröde verbucht. Dabei hat das Material, das im 19. Jahrhundert außerordentliche Beliebtheit genoss, mit seiner zurückgenommenen und kühlen Anmutung eine besondere Ästhetik. Zudem verbergen sich hinter den Objekten oft spannende kunst- und zeitgeschichtliche Phänomene. Wie aber bringt man gusseiserne Objekte zum „sprechen“? Die Antwort darauf gibt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte seit 2. Juli 2016 in seinem „neuen“ Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf bei Rendsburg.

Nach einer Planungs- und Bauzeit von fünf Jahren und einer Gesamtinvestition von rund 2,5 Millionen Euro eröffnet die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf am 1. Juli das Museum – in Anwesenheit ihres Stiftungsratsvorsitzenden, Ministerpräsident Torsten Albig.  

Die legendäre Unternehmerin Käte Ahlmann stiftete zu ihrem 70. Geburtstag im Jahr 1960 den Bau des Museums, zur Aufbewahrung einer Eisenkunstguss-Sammlung, die sie über viele Jahre als Inhaberin und Geschäftsführerin der berühmten Büdelsdorfer Carlshütte zusammengetragen hatte. Ausführender Architekt war damals der Däne Carl Storgård. Das Eisenkunstgussmuseum wurde 1963 eröffnet, wenige Monate nach dem Tod der erfolgreichen Geschäftsfrau. Mit dem Vermögen ihres im Januar 2006 verstorbenen Sohnes Josef Severin Ahlmann, der einen erheblichen Teil seines Geldes der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen zweckgebunden für die Entwicklung und Sicherung des Museums vermacht hatte, ist das „neue“ Eisenkunstgussmuseum entstanden.

Mit der Modernisierung ist nicht nur die zwingend notwendige energetische Sanierung des Gebäudes erreicht worden, es sind zudem die ursprünglichen Ansätze des Architekten Storgårds, die durch den ersten Museumsumbau Ende der 1980er Jahre verloren gegangen waren, wieder sichtbar geworden. So wurde beispielsweise die Fassade auf ihre ursprünglich elegante Anmutung zurückgebaut, in der sich die Pavillions der Anlage in Ihrer Dachhöhe voneinander abheben.  Alles ist neu in der vom Münchner Gestalterbüro „Die Werft“ konzipierten und im Dialog mit Direktorin Kirsten Baumann, Museumsleiterin Ulrike Ernemann, Kurator Ulrich Schneider sowie der Bereichsleiterin Bildung & Vermittlung, Steffi Kuthe, umgesetzten Ausstellung. Das wohl auffälligste Element ist das „fließende Eisen“, eine Lichtinstallation entlang der Wände, die den Besucher im Foyer empfängt und durch die barrierefreie Ausstellung mit neuer thematischer Gliederung leitet. Hierbei begegnet der Besucher zentralen Themen des 19. Jahrhunderts, von der Antikenrezeption und den Freiheitskriegen bis hin zur Alltags- oder Jagdkultur sowie dem Denkmalkult.
Die Sammlung Käte Ahlmanns sowie der Bestand des ehemaligen Kieler Thaulow-Museums bilden nach wie vor den Kern der Ausstellung, die durch neuere Erwerbungen und zeitgenössischen Eisenkunstguss abgerundet wird. In reduzierter Zahl und eingebettet in eine aufregende Szenografie rücken die etwas mehr als 300 Exponate in ein neues Licht.

Der frische Zugang zu den Objekten ist nicht zuletzt der Darstellung der Inhalte durch aktuelle Medientechnik geschuldet. Ein Medienguide – der Compagnon, der den Besucher auf seinem Rundgang begleitet – geht auf unterschiedliche inhaltliche Ebenen ein, die in den Räumen selbst nicht vermittelt werden können. Zusätzliche interaktive und Hands-on Stationen erschließen den interdisziplinären und spielerischen Ansatz.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, mit dem Ticket vom Eisenkunstgussmuseum erhält der Museumsbesucher beim Besuch des Jüdischen Museums in Rendsburg freien Eintritt. Denn beide Museen gehören zur Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf.

KÄTE AHLMANN (1890-1963)

Käte Ahlmann wird am 5. Dezember 1890, als Tochter des Kölner Senatspräsidenten Josef Braun, in Andernach geboren. Nach dem Tod Ihres Mannes, Julius Ahlmann, übernimmt sie 1931 die Leitung der Carlshütte und baut das Unternehmen weiter aus. Neben ihrer Tätigkeit als Unternehmerin engagiert sie sich in einer Vielzahl von wirtschaftlichen, sozialen und kulturpolitischen Gremien. Sie ist Mitbegründerin des Studienkreises für Wirtschaft in Schleswig-Holstein sowie Gründungsmitglied des Verbandes deutscher Unternehmerinnen - in den Jahren 1954 bis 1962 ist sie deren erste Präsidentin. 1960 beauftragt sie den Bau eines Museums für die Eisenkunstgusssammlung der Carlshütte, vor dessen Eröffnung sie am 15. Juni 1963 verstirbt.

 

DIE CARLSHÜTTE (1827-1974)

1827 errichtet Marcus Hartwig Holler (1796-1858) mit der Carlshütte den ersten industriellen Großbetrieb auf heute Schleswig-Holsteinischen Boden. Die Eisengießerei wird nach ihrem Förderer Carl von Hessen (1744-1836), dem Statthalter des damals dänischen Gebiets, benannt.

Neue Produktionstechniken, vielfältige Betriebszweige und die Vergrößerung
des Unternehmens verhelfen der Carlshütte zu wirtschaftlichem Erfolg. Die außerordentliche Gussqualität der Produkte wird in eleganten und zierlichen Dekoren deutlich und lässt sich auf den Ehrgeiz des Firmengründers zurückführen, städtische Lebensgewohnheiten einer ländlichen Bevölkerung näherzubringen. 1858 übernimmt die Familie Ahlmann die Carlshütte. Ab 1941 firmiert die Hütte unter Ahlmann-Carlshütte K.G. Das Unternehmen meldet 1974 erstmalig Insolvenz an. 1997 folgte die endgültige Insolvenz und Schließung. Hauptprodukt der Ahlmann-Carlshütte waren emaillierte gusseiserne Badewannen.  Aus dem Unternehmen geht die heute weltweit agierende ACO-Gruppe mit Stammsitz in Büdelsdorf hervor.

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