Ältestes Planetarium der Welt
Im rekonstruierten Globus können Besucher wie zu Zeiten der Gottorfer Herzöge eine Reise in der sich drehenden Himmelskugel unternehmen. Einlass ist immer nur zur vollen Stunde.
Der Gottorfer Globus war im 17. und 18. Jahrhundert weltberühmt. Seit Mai 2005 dreht sich wieder eine riesige Weltkugel im Neuwerkgarten, der Nachbau des "astronomischen Wunderwerks" aus der Zeit des Barock zählt seitdem zu den Kulturhighlights Norddeutschlands.
Das Original galt vor 350 Jahren als ein Wunderwerk zeitgenössischer Handwerkskunst und Technik. Das neuartige, von Kerzen erhellte Sternentheater wurde schnell von seinen Besuchern als wissenschaftlich-kosmologische Sensation ersten Ranges bestaunt. Der Gottorfer Globus stand für die Weltoffenheit sowie das künstlerische Mäzenatentum Friedrichs III. und dessen Sohn Christian Albrecht.
Zudem war der in einem Lusthaus untergebrachte Globus, dessen Fertigstellung 1665 Friedrich III. nicht mehr erlebte, das Schmuckstück im prächtigen frühbarocken Neuwerkgarten, dem ersten nach italienischem Vorbild errichteten Terrassengarten nördlich der Alpen. Nicht zuletzt der Wunsch Zar Peters des Großen, der sich den Globus 1713, nach der Niederlage der Gottorfer in Auseinandersetzungen mit der dänischen Krone, als Geschenk erbat, belegt die Berühmtheit der Apparatur. Der Zar ließ den Globus in die kurz zuvor gegründete Stadt St. Petersburg verbringen. Dort befindet sich der durch Feuer, Kriegswirren und seine weiten Reisen stark beschädigte und immer wieder aufs Neue restaurierte Globus noch heute.
Zwischen April und Oktober ist das Globushaus täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Nur zur jeweils vollen Stunde erhalten maximal 30 Personen Einlass ins Globushaus, um sich dann eine Stunde lang von einer Moderatorin/einem Moderator mitnehmen zu lassen auf eine faszinierende Zeitreise an den Gottorfer Hof von Herzog Friedrich III. und Adam Olearius. Höhepunkt der Führung: die acht minütige Fahrt in der Kugel.
