Benutzerspezifische Werkzeuge

Das "Schiff für die Götter" aus dem Nydammoor

— abgelaufen

Die Entdeckung eines in seiner Erhaltung einzigartigen Exponats vor 150 Jahren war für das Archäologische Landesmuseum und das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) der Anlass, im Rahmen einer Sonderausstellung die Geschichte des Nydambootes so umfangreich wie noch nie darzustellen. 2013 war diese Ausstellung die erfolgreichste auf der Schlossinsel. Zu sehen ist die Ausstellung, die von der Kulturstiftung der Nord Ostsee-Sparkasse und den Sparkassen in Schleswig-Holstein unterstützt wird, noch das ganze Jahr 2014.

So gut erhalten ist kein zweites Ruderschiff aus der Zeit der Germanen. Sein imposanter Gesamteindruck macht das Nydamboot seit Jahrzehnten zu einem der Highlight-Exponate im Archäologischen Landesmuseum auf der Schleswiger Museumsinsel. Weil es zugleich aber seit seiner Entdeckung immer wieder zu Diskussionen zwischen Deutschen und Dänen über den rechtmäßigen Verbleib des 1863 im Königreich Dänemark gefundenen Bootes kam und bei archäologischen Ausgrabungen in den 1990er Jahren weitere Schiffsteile zutage kamen, lohnt 150 Jahre nach der Auffindung der Blick zurück auf die faszinierende Geschichte des etwa 1700 Jahre alten Schiffs.

Seit 1859 grub der Lehrer und Archäologe Conrad Engelhardt rund 25 Kilometer nördlich von Flensburg im Nydam Moor aus. Vier Jahre später dann die Sensation: Am 17. August 1863 entdeckt Engelhardt ein großes Eichenboot, lässt es bergen, innerhalb weniger Monate gelingen ihm die Konservierung der Holzteile und der Wiederaufbau. Zum ersten Mal in der Geschichte der nordeuropäischen Archäologie war es möglich, ein vorgeschichtliches hochseetaugliches Schiff zu untersuchen. Dann jedoch bricht der Deutsch-Dänische Krieg aus, für das Nydamboot beginnt eine lang andauernde Odyssee, bis es schließlich im Frühjahr 1947 auf der Schleswiger Schlossinsel seinen heutigen Platz findet.
In der neuen Sonderausstellung "Das Nydamboot / Nydambåden - versenkt - entdeckt - erforscht"  werden neben dem Nydamboot weitere originale Teile der Schiffsausrüstung präsentiert, wie z. B. ein bereits 1859/62 gefundener und zum Boot gehörender Riemen. Darüber hinaus erfahren die Besucher Details zum Fundplatz, einem ehemaligen See und Opferplatz, in dem neben dem Nydamboot zwei weitere Schiffe und zahlreiche Gegenstände, wie Waffen und Schmuck geopfert wurden. Eine Auswahl von diesen Opfergaben ist in der Ausstellung zu sehen. Die Bedeutung des Nydambootes in der Schiffbaugeschichte Nordeuropas wird beleuchtet und die Persönlichkeit Conrad Engelhardt, Entdecker dieses einzigartigen Fundes, wird vorgestellt. Die Ausstellung wird komplett in deutscher und dänischer Sprache zu erleben sein. Dies gilt auch für eine neu produzierte Nydamboot-Hörführung, deren 18 Stationen sich auf dem Gottorfer Audioguide befinden.
Ein derart großartiges Ruderboot in Aktion präsentiert am Ende des Ausstellungsrundgangs im Kino-Kabinett  der im Auftrag des NDR entstandene Film „Ein Schiff für die Götter“ von Wilfried Hauke.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt u. a. von der Nord-Ostsee Sparkasse und den Sparkassen in Schleswig-Holstein.
Als Medienpartner steht dem Archäologischen Landesmuseum NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND zur Seite. In seiner  Mai-Ausgabe widmet sich das Magazin mit dem gelben Rand in einer großen Reportage dem berühmten Ruderboot aus der Zeit der Germanen.
Nydamboot / Nydambåden - versenkt - entdeckt - erforscht
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen
Schloss Gottorf, Schleswig.

Artikelaktionen