Kultur der ersten Bauern
Seit der Mitte des 5. Jahrtausends dringen Einflüsse südlicher Bauernkulturen in das norddeutsche Flachland ein. Dies führt zu einem zunächst nur zögerlichen Wandel der Wirtschafts- und Lebensweise. Es gibt erste Hinweise auf Haustierhaltung und Getreideanbau. Um 4.000 v.Chr. endet im Norden die Welt der Jäger, Sammler und Fischer. In der Jungsteinzeit bilden Ackerbau und Viehzucht die elementare Nahrungsversorgung, die alte Verbundenheit mit der natürlichen Umwelt wird aufgelöst. Erste Metalle gelangen als Tauschwaren oder Geschenke in den Norden und belegen überregionale Kontakte. Allein Feuerstein scheint in größerem Umfang gehandelt worden zu sein.
Die ältesten Wagenspuren zeugen von der Nutzung zweirädriger Karren zum Transport von Lasten. Der Bau gewaltiger Megalithgräber und riesiger befestigter Anlagen, sogenannter Erdwerke, zeigt die Bedeutung der Sesshaftigkeit. Der Bau der Großsteingräber sowie die Deponierung von Opfern scheinen überwiegend Gemeinschaftsleistungen gewesen zu sein. Das Individuum tritt ganz hinter die Gruppe zurück. Erst gegen Mitte der Jungsteinzeit, um 2.800 v.Chr., dominieren Einzelgräber.

