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Riesenbecher der späten Jungsteinzeit

Zwei Riesenbecher stehen im Mittelpunkt der Präsentation "Fund im Fokus".
 
Zwei Riesenbecher stehen im Mittelpunkt der Präsentation "Fund im Fokus".

In der Vitrine "Fund im Fokus" stellt das Archäologische Landesmuseum im Wechsel aktuelle Funde oder Fundensembles vor. Dabei handelt es sich um einmalige Einzelobjekte. Sie stehen aufgrund ihrer wissenschaftlichen oder kulturgeschichtlichen Bedeutung im Rampenlicht der archäologischen Forschung. Zu sehen ist der Fund im Fokus im ersten Obergeschoss der Ausstellungsräume in Nachbarschaft zum Vortragssaal. Aktuell ausgestellt sind zwei Riesenbecher der späten Jungsteinzeit aus Göhl in Ostholstein (Einzelgrabkultur/Dolchzeit, ca. 2700 - 2100 v. Chr.).

Im Verlauf der Jungsteinzeit wurde die Bestattungssitte der großen Megalithbauten durch Einzelgräber ersetzt, die mit kleinen Hügeln überdeckt wurden. Vermutlich zu einer solchen Grabstätte gehören zwei Tongefäße, die aufgrund ihrer Größe als Riesenbecher bezeichnet werden. Das Besondere an diesem Befund ist, dass die Gefäße mit ihren Mündungen ineinander steckten und in einer flachen Grube lagen, in der auch drei zusammenpassende Flintklingen angetroffen wurden.

Scherben von Riesenbechern sind in Norddeutschland in der Regel auf Siedlungen von der ausgehenden Jungsteinzeit bis in die frühe Bronzezeit anzutreffen. Sie sind teilweise mit Ornamenten verziert oder tragen umlaufende plastische Leisten unter dem Rand. Die größten Becher sind fast 60 Zentimeter hoch und haben einen Durchmesser zwischen 40 und 50 Zentimetern. Eine Befundsituation von zwei horizontal liegenden, ineinander verschachtelten Bechern ist in dieser Konstellation im Norden einzigartig.

 

Die beiden Töpfe von Göhl enthielten weder Knochenreste noch Steinwerkzeuge oder sonstige Beigaben. Damit ist unsicher, ob es sich überhaupt um eine Grabstätte handelt. Allerdings sind organische Reste in dem sandigen Boden wohl nicht erhalten geblieben.

 

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