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Wie alles begann

Prof. Nikolaus Falck: Ideengeber für die Gründung der Altertümer-Sammlung
 
Prof. Nikolaus Falck: Ideengeber für die Gründung der Altertümer-Sammlung

Im 19. Jahrhundert gegründet, zählt das Archäologische Landesmuseum Schloss Gottorf heute zu den ältesten und größten archäologischen Museen Deutschlands. Ein Blick zurück:

Anfang des 19. Jahrhunderts zählte das Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein – mit Ausnahme des Fürstentums Lübeck und des Herzogtums Sachsen-Lauenburg – zu Dänemark und wurde von Kopenhagen aus regiert. Eine 1807 von dem dänischen Kronprinzen und späteren König Friedrich VI. in Kopenhagen gegründete Kommission zur Bewahrung von Altertümern, die auch in den Herzogtümern Schleswig und Holstein wirksam war, sollte die Zerstörung archäologischer Denkmäler verhindern.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege (1814/15) und den in der Folge entstehenden Nationalstaaten gewann die Geschichtsforschung an Bedeutung. Es entstanden eigenständige regionale Gesellschaften zur Erforschung der „vaterländischen“ Geschichte. Durch ein vom 20. September 1831 datiertes Schreiben an den Kieler Rechtsgelehrten Nikolaus Falck gab die Kopenhagener Kommission den Anstoß, eine Sammlung vaterländischer Altertümer in Kiel zu gründen. Gleichzeitig bot Friedrich von Warnstedt aus Plön seine Altertümersammlung als Geschenk für das neu zu gründende Museum an.
Daraufhin wurde unter Vorsitz von Nikolaus Falck und Friedrich von Warnstedt die "Schleswig-Holstein-Lauenburgische Gesellschaft für die Sammlung und Erhaltung vaterländischer Althertümer" in Kiel gestiftet. Deren Statut erhielt am 27. Mai 1834 die königliche Bestätigung.

Den Grundstock des Museums bildeten 300 Objekte aus dem Museum Nordischer Altertümer (heute: Nationalmuseum) in Kopenhagen und die Warnstedt’sche Schenkung. Aufgestellt wurde die Sammlung in einem Nebengebäude des Oberappellationsgerichtes in der Flämischen Straße in Kiel und war seit 1835 öffentlich zugänglich. Der Kieler Universitätsprofessor Christian Flor war der erste Kurator des Museums. Am 15. Januar 1836 konstituierte sich der endgültige Vorstand der Gesellschaft. Erster Vorsitzender wurde Professor Falck. Seit 1840 verschärfte sich der Nationalitätenkonflikt zwischen Deutschem Bund, zu dem seit 1815 auch Holstein gehörte, und Dänischem Reich um das Herzogtum Schleswig. Es kam zum Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848–1851) mit dem dänischen Sieg bei Idstedt.

Nach dem Krieg hatte das Kieler Museum finanzielle Probleme, viele Mitglieder traten aus der Museumsgesellschaft aus. Auch war es den Schleswigern seit 1858 verboten der Kieler Gesellschaft anzugehören. Im Jahr 1852 wurde in Flensburg eine Königliche Sammlung Nordischer Altertümer gegründet. Während des Deutsch-Dänischen Krieges (1864) wurde die Sammlung von den Dänen aus Flensburg weggeschafft, gemäß des Wiener Friedens aber 1868 – nachdem Schleswig-Holstein 1867 als Ganzes preußische Provinz geworden war – wieder ausgeliefert und in Kiel aufbewahrt. 1869 kam es zur Verlegung der Kieler Sammlungsbestände in die Kehdenstraße.

Am 21. April 1873 löste sich die Gesellschaft zur Sammlung und Erhaltung vaterländischer Altertümer auf und übertrug ihr Eigentumsrecht an der Kieler Sammlung auf die Universität Kiel. Noch im gleichen Jahr wurden die Kieler und Flensburger Sammlung zum "Schleswig-Holsteinischen Museum Vaterländischer Althertümer" vereinigt. Direktor wurde der bereits seit 1866 tätige Konservator der vaterländischen Altertümer in den Herzogtümern Schleswig und Holstein Professor Heinrich Handelmann. Er hatte sein Amt bis 1891 inne. 1877 erfolgte die Neueinrichtung des Museums in einem Gebäude der Universität in der Kattenstraße in Kiel.

Mit dem Errichtungsgesetz der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf im Jahr 1998 wandelte sich die organisatorische und finanzielle Situation des Archäologischen Landesmuseums grundlegend. Einerseits bietet die Stiftung der Archäologischen Zentralwerkstatt, dem Archäologischen Fundarchiv, den facettenreichen Forschungsprojekten und den Ausstellungsvorhaben neue Möglichkeiten und Freiräume, andererseits wächst unter diesem Dach eine die Fachgrenzen überwindende, gemeinsame Verantwortung für die Bewahrung, Erhaltung, Vermittlung und Erforschung landeseigener Kulturgüter.

Daraus resultieren aktuelle Kernaufgaben, wie die Identifizierung von Schwerpunkten in Forschung und Präsentation und die internationale Vernetzung. So wird in der Zukunft der archäologische Niederschlag der maritimen Kulturlandschaft, in der sich unser „Land zwischen den Meeren“ befindet, in stärkerem Maße fokussiert. Schiffbau und Seeschifffahrt, Fischfang und Häfen werden nicht nur in der Forschung und der Arbeit der Archäologischen Zentralwerkstatt, sondern auch in den Ausstellungen Leuchttürme darstellen und als Alleinstellungsmerkmale entwickelt.

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