Benutzerspezifische Werkzeuge

Aktuelle Neuerscheinungen

Publikations-Neuerscheinungen zweier auf Schloss Gottorf in Schleswig ansässiger Wissenschaftler sind kurz vor dem Jahreswechsel erschienen. Dr. Andreas Rau, Archäologe am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA), hat die Bände 3 & 4 zur Erforschung des Nydam-Moores vorgelegt, sein Kollege Dr. Thorsten Lemm vom Archäologischen Landesmuseum hat über die frühmittelalterlichen Ringwälle im westlichen und mittleren Holstein publiziert.

Mit den beiden Büchern „Nydam Mose 3 & 4– Die Schiffe“ veröffentlicht das ZBSA neue Studien zu einem altbekanntem Fundobjekt, dem Nydamschiff. Neue Ausgrabungen des Dänischen Nationalmuseums in den 1990er Jahren im Nydam-Moor haben wesentliche weiterführende Erkenntnisse zum Nydamschiff und zwei weiteren im Nydam-Moor geopferten Schiffen erbracht. Diese neuen Ausgrabungen werden von Flemming Rieck (Køge Museum) mit Fundbeschreibungen, Abbildungen der besonderen Objekte und Ausgrabungspläne publiziert (Nydam Mose 3). Eine Gruppe renommierter Wissenschaftler aus Dänemark und Deutschland hat zusätzlich die technologische und funktionale Stellung der Schiffsfunde aus Nydam neu bewertet und diese Studien in einem gemeinsamen umfassenden und reich bebilderten Aufsatzband (Nydam Mose 4) zusammengestellt.
Unter der Projektleitung von Dr. Andreas Rau am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie ist damit zum 150. Entdeckungsjubiläum (das Nydamschiff wurde 1863 entdeckt und ausgegraben) der neueste Forschungsstand zu einem bedeutendsten archäologischen Objekte der mittel- und nordeuropäischen Frühgeschichte zusammengetragen worden. Die Bücher sind als Doppelband über den Verein zur Förderung des Archäologischen Landesmuseums Schloss Gottorf oder den Verlag der Universität Aarhus zu beziehen.

Die frühmittelalterlichen Ringwälle im westlichen und mittleren Holstein sind das Forschungsthema von Dr. Thorsten Lemm. Seine Publikation, die als Dissertation ebenfalls am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie entstanden ist, stellt die erste umfassende Bearbeitung von Burganlagen des 9.–11. Jhs. im ehemals sächsisch besiedelten Teil Holsteins dar. Detailliert bespricht der Autor Lage, Aufbau, Innenbebauung und Fundmaterial der Burgen und interpretiert die Anlagen in ihrem archäologischen, historischen und geografischen Kontext. Auch militärtheoretische Überlegungen fließen in die Interpretation der Burgen mit ein.
Als Resultat seiner Analysen und unter Berücksichtigung jüngster historischer Erkenntnisse kommt der Autor zu einer völlig neuen Sichtweise auf die Burganlagen und das nordelbische Gebiet als Ganzes.

Artikelaktionen