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Johanna Mestorf: Leben und Werk auf 1400 Seiten

— abgelaufen
Die Autorin Dagmar Unverhau im Gespräch mit "ihrem" herausgeber Claus von Carnap-Bornheim.
 
Die Autorin Dagmar Unverhau im Gespräch mit "ihrem" herausgeber Claus von Carnap-Bornheim.

Nach jahrelanger Forschungsarbeit liegt dem Archäologischen Landesmuseum seit heute eine dreibändige Ausgabe über Leben und Werk von Johanna Mestorf vor. Dr. Dagmar Unverhau (71), Historikerin aus Berlin, präsentierte auf Einladung des Landesmuseums die über 1400 Seiten ihren Weggefährten und Auftraggebern. Gottorfs Leitender Direktor Claus von Carnpa-Bornheim freute sich sehr über die Veröffentlichung "Ein anderes Frauenleben". Denn nunmehr habe sein Landesmuseum die Biografien dreier wichtiger Direktoren aufgearbeitet: Johanna Mestorf, Gustav Schwantes und Herbert Jankuhn.

Nach fast drei Jahrzehnten hat die nun pensionierte Archivarin Dr. Dagmar Unverhau ihre Arbeit über Johanna Mestorf (1828-1909), die erste und einzige Direktorin  fertiggestellt. Kern ihrer Forschung war das Leben und Arbeiten Mestorfs anhand eines persönlichen Tagebuchs und zahlreichen privaten Briefwechseln zu rekonstruieren. "Ein anderes Frauenleben" beschreibt eine einzigartige Biografie, die im ausgehenden 19. Jahrhundert den Weg für Frauen in die Wissenschaften geebnet hat.

Die dreibändige Arbeit ist aber trotz des „autobiographischen Zugriffs“ auf über 1400 Seiten keine Biographie im herkömmlichen Sinn. Neben vielem Persönlichen bleibt Privates bzw. Intimes im Dunkeln, ist nicht zu erhellen, weil dafür die Quellen fehlen. Es gibt keinen Nachlass. Es sind aber genügend andere Quellen verschiedener Provenienzen, darunter viele Briefe Mestorfs an skandinavische Gelehrte in deren Archiven vorhanden, um das zu untersuchen, weswegen sie gewürdigt wird. Die Archäologin und Museumsfrau, die sich während der Hamburger Jahre 1859–1873 selber (aus-)bildete, Anerkennung von Gelehrten fand und später die Prähistorie in Schleswig-Holstein nach skandinavischen Vorbildern in der Aufstellung „ihres“ Museums professionalisiert hat – schon in den Jahren, als sie noch nicht Direktorin war.
Einblicke in die Zeit des Museumsaufbaus und schwerwiegenden Konflikte zwischen der Kustodin Mestorf und ihrem Direktor Handelmann gibt das Tagebuch der erfolgreichen und anerkannten Wissenschaftlerin. Johanna Mestor: Ein anderes Frauenleben

Dagmar Unverhau
Teilbände 1 und 2
Johanna Mestorf (1828–1909) und „ihr“ Museum vaterländischer Altertümer bei der Universität Kiel

Dagmar Unverhau (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit Fritz Wolter
Teilband 3

Streben ist Leben | Das Tagebuch der Johanna Mestorf als Kustodin 1873 bis 1891

Wachholtz Verlag – Murmann Publishers, Neumünster/Hamburg 2015 | ISSN 2364-4672 | ISBN 978-3-529-01807-7

Umfänge:
420 Seiten Inhalt Band 1
522 Seiten Inhalt Band 2
514 Seiten Inhalt Band 3
Preis für alle drei Bände zusammen: 198,- Euro.
Zu bestellen ist die dreibändige Ausgabe über den Förderverein des Archäologischen Landesmuseums: 04621-813-303 oder per Email: foerderverein@schloss-gottorf.de

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