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Innovationen und Technologietransfer

Ausgrabung in Satrup, Kr. Schleswig-Flensburg, im Sommer 2010.
 
Ausgrabung in Satrup, Kr. Schleswig-Flensburg, im Sommer 2010.

Dr. Sönke Hartz

Kulturelle Verbindungen zwischen Mittlerem Ural und Ostseeraum in der Mittelsteinzeit - Projektpartner:
H. Lübke und U. Schmölcke (ZBSA),
Th. Terberger (Uni Greifswald)

Die mesolithische Kulturentwicklung im südwestlichen Ostseegebiet gilt gegenüber dem  östlichen Europa als recht gut erforscht. Die dortigen Entwicklungen waren aber von größerer Bedeutung für den Ostseeraum als bislang gedacht. Neue, mit modernen Methoden durchgeführte Feuchtbodengrabungen in der Region Ekaterinburg haben erstmals stratifizierte organische und lithische Funde geliefert, deren Auswertung helfen wird, die bestehende Forschungslücke zu schließen.
Ziel des deutsch-russischen Gemeinschaftsprojektes ist es, die Befundsituation dieser Siedlungsplätze nach modernstem Standard zu analysieren. Das reiche organische Fundmaterial soll unter paläoökologischen sowie sozioökonomischen Aspekten ausgewertet und absolutchronologisch datiert werden. Als übergreifendes Forschungsziel gilt es zu untersuchen, ob und inwieweit Innovationen und Technologietransfer bei der Einführung neuer Geräteformen in den so unterschiedlichen Kulturlandschaften wirksam wurden, und wie die Kontaktnetzwerke in den Ostseeraum verliefen. Die Frage kultureller Verbindungen sollen beispielhaft anhand von Innovationen wie der spezialisierten Mikroklingen- und beginnender Keramiktechnologie untersucht werden. Dazu dient ein Vergleich der neuen russischen Stationen mit bekannten Fundplätzen dieser Zeit im westlichen Ostseegebiet. Das Projekt wird in enger Kooperation mit den Partnern in beiden Ländern durchgeführt und soll eine neue Qualität der deutsch-russischen Zusammenarbeit in der Steinzeitforschung begründen.

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