Totenbrauchtum
in Schleswig-Holstein von der Jungsteinzeit bis zur Eisenzeit
(3500 v. Chr. bis 500 n. Chr.)
Unser heutiges Bild von Tod und Jenseits ist in Mitteleuropa
durch die Ideenwelt des christlichen Abendlandes
geprägt. Seit dem Mittelalter bestimmte die Kirche,
welches Bild vom Tod und dem, was danach kommt, das richtige
ist.
Doch was wissen wir über die Vorstellungen unserer Vorfahren
in der Ur- und Frühgeschichte? Der Umgang mit Verstorbenen
variiert zeitlich und räumlich stark und ist abhängig
von der Lebensweise und den religiösen Vorstellungen
einer Gemeinschaft. Die Notwendigkeit, eine vergehende Leiche
zu beseitigen, führt z. B. bei Nomaden zu anderen Lösungen
als bei sesshaften Bauern. Für die Hinterbliebenen ist
es wichtig, die Kontrolle über den Toten zu erhalten
und einen schädlichen Einfluss abzuwehren.
Dies geschieht durch Rituale und
eine besondere Behandlung des toten Körpers.
Mit einer Präsentation, die in Teilen
mehr einer Theaterinszenierung als einer Ausstellung gleicht,
haben die Wissenschaftler ganz bewusst ihr bisheriges Konzept
zur Darstellung archäologisch dokumentierter Landesgeschichte
durchbrochen.
Auf Grundlage wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse
wurde ein emotionaler Zugang zum Thema gestalterisch umgesetzt.
Modelle und Inszenierungen lassen historische Landschaften
entstehen und erlauben eine neue Annäherung an die Welt
unserer Vorfahren. Herausragende Objekte wie die Figuren
von Braak (Ostholstein), die Moorleiche des Mannes von Dätgen
sowie die reichen Gräber aus Hüsby bilden Schwerpunkte
der Präsentation.