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Ausblick auf 2018: Fußmann, Kirkeby, Meidner

Per Kirkeby_Plate VII 1981 (c) Michael Werner
 
Per Kirkeby_Plate VII 1981 (c) Michael Werner

2018 sind in den Landesmuseen Schleswig-Holstein wieder zahlreiche Ausstellungen geplant. Höhepunkte wurden jetzt in einer Pressekonferenz präsentiert: Auf Schloss Gottorf werden ab 25. März 2018 Werke von Klaus Fußmann gezeigt. Fußmann, der in Berlin und Gelting (Kreis Schleswig-Flensburg) lebt, gilt als Maler der großen Natureffekte und wird im kommenden Jahr 80 Jahre alt. Im Dezember folgt Per Kirkeby. Das Jüdische Museum in Rendsburg feiert 2018 seinen 30. Geburtstag und beschäftigt sich mit Bildern des jüdischen Malers Ludwig Meidner.

Fußmann. Von Anfang an.

Reithalle, 25. März bis 28.Oktober 2018

Er ist einer der renommiertesten Maler in Deutschland und Schloss Gottorf in besonderem Maße verbunden – Klaus Fußmann. Aus Anlass seines 80. Geburtstages zeigt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte 2018 eine umfassende Schau in der Reithalle. Vom 25. März bis 28. Oktober wird die Arbeit dieses wichtigen zeitgenössischen Künstlers gewürdigt. In der Farbigkeit seiner Motive erreicht Klaus Fußmann eine erstaunliche Intensität. Geboren wurde er am 24. März 1938 in Velbert/Rheinland. Seit fünf Jahrzehnten sind seine Bilder in verschiedenen Einzelausstellungen im In- und Ausland zu sehen – und immer wieder wurde sein Werk mit Preisen bedacht. 2001 wurde Klaus Fußmann der erste Gottorfer Baummaler.

Fußmann gilt als ein Maler der großen Natureffekte, hat sich nach seinem Studium – unter anderem an der Hochschule für Bildende Künste Berlin – wie einige der von ihm verehrten „Brücke“-Künstler auch vom schleswig-holsteinischen Himmel und den Farben der Ostseeküste faszinieren lassen. Er verbringt seit Jahrzehnten einen Teil des Jahres fernab der Großstadt Berlin inmitten der farbenfrohen schleswig-holsteinischen Natur, unweit der Flensburger Förde im Raum Gelting.

 

Per Kirkeby aus der Galerie Werner

Reithalle, 14. Dezember 2018 bis 31. März 2019

Per Kirkeby, der bekannteste lebende Künstler Dänemarks, hat in vielen Techniken geschaffen. Er ist Maler, aber auch Architekt, Bildhauer und Schriftsteller. Werke des studierten Geologen sind durch die Natur und durch natürliche Strukturen geprägt. Gegen den Trend der Zeit wandte er sich im Aufkommen der figürlichen Malerei der 1970er Jahre der gegenstandslosen Kunst zu. Der Däne, der die entscheidenden Jahre für seinen Durchbruch als einer der führenden europäischen Maler in Frankfurt/Main und Karlsruhe gearbeitet hat, wird im kommenden Jahr 80 Jahre alt.

Der Galerist Michael Werner stellt das Werk von Kirkeby alle zwei Jahre in seinen Galerien in New York, London und Märkisch Wilmersdorf aus und verwahrt in Deutschland zahlreiche Gemälde und Plastiken sowie Architekturzeichnungen, die zur Leihgabe zur Verfügung stehen.

Sein Kontakt zum Künstler ermöglicht weitere Leihgaben aus Dänemark.

 

Das Goldene Zeitalter. Galerie des 19. Jahrhunderts

Ab 26. April 2018

Weite Teile des heutigen Schleswig-Holsteins gehörten bis 1864 über Jahrhunderte zum Königreich Dänemark. Das dänische Kernland sowie seine Provinzen wurden kulturell stark durch das Zentrum Kopenhagen geprägt, vor allem durch die 1784 gegründete Königlich Dänische Akademie der Schönen Künste. In der neu gehängten Ausstellung mit bedeutenden Werken dänischer und schleswig-holsteinischer Künstler des 19. Jahrhunderts offenbart sich ein Kunstaustausch, der weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinausging.

 

Familientag auf Schloss Gottorf

Sonntag, 25. Februar, 10 bis 17 Uhr

Im Mittelpunkt des 3. Gottorfer Familientags am Sonntag, 25. Februar, steht das Museumserlebnis für Groß und Klein. Nach dem Erfolg der Vorjahre, als 2014 und 2016 jeweils mehrere tausend Menschen der Einladung folgten, gibt es eine Neuauflage des Gottorfer Familientages. Das Besondere: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen 1 Euro.

19. Gottorfer Landmarkt und Internationaler Museumstag
Sonntag, 13. Mai, 10 bis 18 Uhr
Öko-Spektakel und Kultur-Genuss gibt es auf der Museumsinsel Schloss Gottorf zum 19. Mal, wenn am Internationalen Museumstag die Biobranche gemeinsam mit den Landesmuseen Schleswig-Holstein zum Gottorfer Landmarkt einladen. Kaum eine andere Veranstaltung im Norden verhilft seit vielen Jahren den Erzeugern und Ausstellern von ökologischen und nachhaltigen Produkten sowie ökofairen Dienstleistungen zu stärkerer Aufmerksamkeit bei Experten und Konsumenten als der Landmarkt. Im einmaligen Ambiente der mächtigen Schlossanlage und in enger Verknüpfung mit dem riesigen Kulturangebot der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen ist er längst zu dem zentralen Ereignis der Bio-Branche und der größten ökologischen Informationsplattform geworden.

Jüdisches Museum:

Ludwig Meidner aus der Sammlung Bönsch

6. Juli bis 21.Oktober

Ludwig Meidner (1884-1966) zählt zu denjenigen Künstlern des deutschen Expressionismus, die durch ihr doppeltes Verfolgungs- und Verfemungsschicksal unter dem NS-Regime – als Jude und zudem noch als sogenannter „entarteter“ Künstler – besonders nachhaltig um ihre öffentliche Anerkennung gebracht wurden. Erst in den 1980er Jahren wurde Meidner als einer der großen Vertreter des urbanen Expressionismus wiederentdeckt. Für das Jüdische Museum ist er zudem als einer der relativ wenigen jüdischen Künstler interessant, in dessen Werk jüdische Themen und die Suche nach religiöser Identität eine zentrale Rolle spielen.

In der Sammlung Bönsch ist Meidner mit 42 Papierarbeiten vertreten, darüber hinaus besitzt die Stifterin Elisabeth Bönsch Gemälde des Künstlers. In der Dauerausstellung in Rendsburg ist Meidner schon jetzt mit einem Gemälde vertreten. Im Gottorfer Grafikmagazin befinden sich darüber hinaus Papierarbeiten. Die Sonderausstellung soll diese bedeutenden Meidner-Bestände in dem besonders angemessenen Umfeld des Jüdischen Museums präsentieren.

30 Jahre Jüdisches Museum in Rendsburg
6. November 2018
Eine ganze Generation nach Kriegsende rückte ab den 1970er Jahren die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen verstärkt in den Blickpunkt von Forschung und Öffentlichkeit. Vielerorts wurden historische Orte des jüdischen Lebens in Deutschland nach Jahrzehnten der Profanierung und Verdrängung neu identifiziert und wieder in das Bewusstsein gerückt. Besonders früh zeigt sich dies gerade in Rendsburg: Nach der Wiederentdeckung der ehemaligen Synagoge in der Prinzessinstraße durch den Kieler Archäologen Ole Harck Ende der 1970er Jahre wurde dort am 6. November 1988 die erste Neugründung eines jüdischen Museums in Deutschland seit 1945 vorgenommen. Vergleichbare Museumsgründungen in anderen Teilen Deutschlands folgten bald darauf.
2018 wird es über das Jahr verteilt mehrere attraktive Veranstaltungen zur Feier des 30. Museumsjubiläums geben. Am 6. November 2018 wird zudem im Rahmen der „Novembertage“ im Jüdischen Museum mit einer Jubiläumsveranstaltung an die Gründung des Hauses im Jahr 1988 erinnert werden.

 

Die Exodus-Affäre. Schleswig-Holstein und die Gründung Israels.

Bis 3. Juni

Die Sonderausstellung „Die Exodus-Affäre“ führt 70 Jahre zurück in die Zeit direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs: 4.500 jüdische Überlebende des Holocaust, die mit allen Mitteln versuchten, sich an Bord eines schrottreifen Schiffes nach Palästina durchzuschlagen, wurden von der britischen Armee auf hoher See abgefangen, zwangsweise nach Deutschland verschifft und über Wochen in der Nähe von Lübeck in Lagern hinter Stacheldraht interniert. Die internationale Empörung darüber war groß – und die Gründung eines jüdischen Staates rückte auf die Tagesordnung der Weltpolitik. Das Jüdische Museum in Rendsburg ist die einzige Institution, die diesem Thema eine eigene neue Ausstellung widmet. Da die Exodus-Affäre später als Teil des Gründungsmythos des jüdischen Staates in das kollektive Gedächtnis Israels eingegangen ist, versteht sich die Ausstellung gleichzeitig auch als Beitrag der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen zum 70. Gründungsjubiläum des Staates Israel, der am 14. Mai 1948 proklamiert wurde.

Kloster Cismar:

Muthesius live in Cismar - Ofen als Geschichte und Skulptur. Werke der Keramik-Klasse der Muthesius Kunsthochschule Kiel

22. April bis 21. Oktober

Die Sommerausstellung im Kloster Cismar widmet sich den Arbeiten Studierender der Klasse für Freie Kunst und Keramik der Muthesius Kunsthochschule von Prof. Dr. Kerstin Abraham. Ausgehend von einem Studienaufenthalt im Großen Schloss Blankenfeld entwickeln die Studierenden großformatige Kachelöfen, die sich mit den räumlichen Gegebenheiten in einer barocken Schlossanlage auseinandersetzen. Die Ausstellung wird den Prozess der Entwurfsentwicklung und der Umsetzung der kreativen Ideen begleiten, dokumentieren und zeitgenössische Neuinterpretationen des Themas Kachelofen zeigen.

 

Wikinger Museum Haithabu:

 

Ab Mai 2018: Haithabu stellt die Ergebnise der Grabung aus

Nach erfolgreicher Sanierung und Modernisierung wird demnächst mit der Wiedereinrichtung des Wikinger Museums Haithabu begonnen. Dann werden auch die 1.800 Objekte zurückerwartet, die ans Dänische Burgenzentrum in Vordingborg ausgeliehen worden waren. Die dortige Ausstellung „Metropole der Wikinger“ ist aufgrund ihres großen Erfolges bis Ende 2017 verlängert worden.

Mit der Wiedereröffnung im Mai 2018 werden im Ausstellungs-
gebäude zudem erstmals die außergewöhlichen Funde gezeigt, die bei der archäologischen Grabung in diesem Sommer gefunden wurden, unter anderem der wertvolle Goldschmuck.

Weitere Termine im Wikinger Museum Haithabu:
Frühjahrsmarkt: 30. März bis 2. April 2018; Sommermarkt: 12. bis 15. Juli 2018; Herbstmesse: 3. und 4. November 2018.

 

Freilichtmuseum Molfsee:

Kohl-, Appel- un Blomenhoff – Ländliche Hausgärten in Schleswig-Holstein

3. Juni bis 31. Oktober 2018

Die Ausstellung „Kohl-, Appel- un Blomenhoff – Ländliche Hausgärten in Schleswig-Holstein“ setzt sich mit der problematischen Bezeichnung „Bauerngarten“ auseinander. Sie beleuchtet Klischees sowie die Geschichte ländlicher Gärten in Schleswig-Holstein, deren Vorbilder unter anderem in Klostergärten, herrschaftlichen Gärten und Pastoratsgärten zu finden sind. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Zeit zwischen 1900 und 1970.  Ein wichtiges Thema ist die Selbstversorgung der ländlichen Haushalte und die damit einhergehende Vorratshaltung. Ebenso wird der Aspekt des Gartens als Erholungsort angesprochen. Der überwiegende Teil der Ausstellung „Kohl-, Appel- un Blomenhoff“ wird im beeindruckenden Innenraum des Barghauses aus Arentsee in der Wilstermarsch gezeigt. Darüber hinaus werden jedoch auch die Gärten des Museumsgeländes einbezogen.

Die Ausstellungsinhalte basieren auf den Beständen des LandFrauenarchivs im Freilichtmuseum Molfsee und wurden gemeinsam mit dem LandFrauenverband Schleswig-Holstein erarbeitet.

 

Tag der Schleswig-Holsteiner – Schleswig Holstein ist Heimat

10. Juni 2018

Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB) feiert im Freilichtmuseum Molfsee ein buntes Kulturprogramm. Motto des Tages: „Schleswig-Holstein ist Heimat“. Ziel des Festes am Sonntag, 10. Juni, von 10 bis 17 Uhr ist es, die Beziehung der Menschen zu Schleswig-Holstein zu stärken und den Gemeinsinn und das Zusammenleben von Alt- und Neubürgern zu fördern. Vereine und Institutionen des Landes stellen sich vor. Der Eintritt ist frei.

Weitere Termine/ Veranstaltungen im Freilichtmuseum Molfsee:
Tag der Gärten: 1. Juli 2018; Tag der Landwirtschaft: 9. September 2018; 
34. Herbstmarkt: 29. September - 7. Oktober 2018

 

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